Donnerstag, 16. August 2018

Ex-VW-Chef drohen 25 Jahre Haft USA erlassen Haftbefehl - "Winterkorn weiterhin auf der Flucht"

Martin Winterkorn (Archiv): Für die US-Behörden ist der Ex-VW-Chef "weiterhin auf der Flucht". Eine Auslieferung aus Deutschland muss Winterkorn jedoch nicht fürchten

Die US-Justiz hat nach der Anklage im Dieselskandal auch einen Haftbefehl gegen Ex-VW-Chef Martin Winterkorn erlassen. Dies bestätigte ein Sprecher des zuständigen Gerichts in Detroit am Freitagabend. Das Justizministerium erklärte, für die Behörden sei Winterkorn weiterhin auf der Flucht.

Volkswagen wollte sich nicht dazu äußern. Eine Sprecherin bekräftigte lediglich, dass der Konzern mit den Behörden kooperiere. Die US-Staatsanwaltschaft wirft ihm Verschwörung zur Täuschung der Behörden bei den Abgasmanipulationen vor.

Größere Auswirkungen dürfte der Haftbefehl aber nicht haben. Denn eine Auslieferung muss der 70-Jährige nach Angaben des Bundesjustizministeriums nicht fürchten, solange er auf deutschem Boden bleibt.

Die US-Ermittler haben Anklage erhoben und gehen davon aus, dass Winterkorn bereits im Mai 2014 über Unregelmäßigkeiten bei Dieselabgaswerten informiert wurde. Im Juli 2015 sei bei einem Treffen in der Wolfsburger Konzernzentrale im Beisein von Winterkorn und anderen VW-Managern über mögliche Konsequenzen beraten und schließlich vorgeschlagen worden, die Abschalteinrichtung in VW-Modellen nicht offenzulegen.

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Winterkorn habe diesem Vorgehen zugestimmt. Der frühere Vorstandschef hat stets jede persönliche Verstrickung in den Abgasskandal bestritten. Dass es eine Software zur Manipulation von Dieselabgaswerten gebe, wisse er selbst erst seit September 2015. Damals war der Abgasskandal auf Druck der US-Umweltbehörden aufgeflogen.

In Deutschland ermittelt die Braunschweiger Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des Betrugs und der Marktmanipulation gegen Winterkorn und andere Beschuldigte.

la/dpa

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