Samstag, 15. Dezember 2018

US-Regierung plant laxere Autoabgas-Vorschriften Donald Trump sorgt buchstäblich für dickere Luft

Einer der Bestseller unter den US-Spritschluckern: Chevrolets Pickup-Truck Silverado

Von seinem Vorgänger Barack Obama hält US-Präsident Donald Trump nicht viel, vom Klimawandel und Elektroautos auch nicht. Nun will Trump ein weiteresWahlversprechen einlösen - und die von Obama eingeführten strengeren Vorschriften für den Benzinverbrauch von US-Neuwagen aufweichen. Damit nicht genug: Die US-Regierung will auch noch Bundesstaaten wie Kalifornien das Recht nehmen, in Eigenregie strengere Regeln durchzudrücken.

Nach dem nun veröffentlichten Vorschlag des Verkehrsministeriums in Washington sollen Vorgaben zum Benzinverbrauch auf dem Stand von 2020 bis 2026 eingefroren werden. Zudem sollen die Autokonzerne deutlich weniger Elektroautos als bisher geplant auf die Straße bringen müssen.

Den Angaben zufolge können Hersteller bis 2029 so insgesamt 319 Milliarden Dollar weniger ausgeben, als bisher durch die strengeren Abgasregeln aus Obama-Zeiten vorgesehen war. Allein bei Volkswagen sollen es 20 Milliarden Dollar sein - bei General Motors, Ford und Fiat-Chrysler sogar je 60 Milliarden Dollar. US-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen Jahr den Rückzug aus dem 2015 geschlossenen Pariser Klimaabkommen verkündet. Im Rahmen der Vereinbarungen hatten sich auch die USA verpflichtet, den Kampf gegen die Erderwärmung zu verstärken.

Die US-Regierung begründet ihren Vorstoß auch mit ein paar hübschen Zahlenspielereien: Das Moratorium für die Benzinverbrauchs-Vorgaben soll den Ölverbrauch der USA um rund 500.000 Barrel Öl pro Tag bis zum Jahr 2030 erhöhen. Zudem verspricht sich die Trump-Regierung von dem Vorhaben 12.700 weniger Tote im Straßenverkehr in den kommenden 12 Jahren.. Denn die Aufweichung der Abgasstandards soll Neuwagen in den USA billiger machen - und so die Bevölkerung dazu bringen, schneller neue und sicherere Autos zu kaufen.

Mit den jetzt vorgeschlagenen Änderungen nimmt der Streit zwischen der Bundesregierung und Staaten wie Kalifornien an Fahrt auf. Die Regierung in Sacramento macht sich seit Jahrzehnten für strenge Abgasregeln stark, vor allem um den Smog im Großraum Los Angeles zu bekämpfen. Kalifornien hatte bereits im März angekündigt, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, um die Vorgaben aufrechterhalten zu dürfen.

wed/Reuters

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