Montag, 20. November 2017

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Ubitricity Berlin verwandelt erste Straßenlaternen in Stromtankstellen

Die Straßenlaterne als Ladesäule: Einfache Idee, schwierig in der Umsetzung

Laternenparken mal anders: In Berlin können Autofahrer ihren Wagen nun an Lichtmasten aufladen. Anbieter Ubitricity und die Stadt wollen auf diese Weise eines der zentralen Probleme der Elektromobilität lösen.

Hamburg - Die Idee ist einfach, und doch nicht ganz leicht umzusetzen: Nach langer Planung sind in Berlin nun die ersten vier Straßenlaternen eröffnet worden, an denen Fahrer von Elektroautos ihren Wagen aufladen können.

Die Altonaer Straße im Bezirk Mitte ist damit eine Art Testlabor für ein Verfahren geworden, das ein wichtiges Hindernis für den Vormarsch der Batterieautos beseitigen soll: Noch immer fehlt es an einer flächendeckenden Versorgung von Ladepunkten.

Das Hauptproblem - sie sind zu teuer. Für klassische Stromtankstellen zahlen Versorger einen fünfstelligen Betrag. Diese hohe Investitionssumme bedeutet, dass es praktisch kaum möglich ist, ein profitables Geschäftsmodell mit dem Stromverkauf zu etablieren.

Anbieter Ubitricity und die Stadt Berlin hoffen nun, die Kosten für Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum um bis zu 90 Prozent zu senken. Die verwendeten Steckdosen kosten laut dem Unternehmen weniger als hundert Euro, dazu kommen die Installationsarbeiten.

In Berlin kommt Ubitricity nach eigenen Angaben zu Gute, dass die meisten Straßenlaternen direkt ans Strom-Verteilnetz angeschlossen sind. Zudem ist der Strom 24 Stunden lang verfügbar - und nicht nur, wenn die Laternen eingeschaltet sind. Die Leistung der Säulen ist allerdings so überschaubar, dass der Ladevorgang laut Ubitricity viele Stunden dauert und in der Regel etwas für die Nacht sein dürfte.

Kunden erhalten ein extra Ladekabel, das mit einem Stromzähler ausgestattet ist. Sie rechnen die verbrauchte Elektrizität direkt mit ihrem Versorger ab. Dadurch ist das Verfahren auch für das Stromtanken am Arbeitsplatz oder in Garagen von Mietshäusern geeignet.

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