Dienstag, 19. Juni 2018

Vor angestrebten Börsengang Uber steigert Umsatz um 70 Prozent

Uber-Logo

Auf dem Weg an die Börse steigert der Fahrdienstvermittler Uber seinen Umsatz beträchtlich. Das Unternehmen kündigte zudem an, seine Roboterwagen aus dem US-Staat Arizona abzuziehen.

Der Fahrdienstvermittler Uber wächst einem Zeitungsbericht zufolge kräftig. Demnach stieg im ersten Quartal der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreswert um 70 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. Das zitierte das "Wall Street Journal" aus einem Finanzbericht des Unternehmens. Gegenüber dem Vorquartal betrug der Zuwachs demnach 7,5 Prozent.

Dank eines hohen Erlöses aus dem Verkauf der Geschäfte in Südostasien und Russland schaffte Uber diesmal sogar einen Quartalsgewinn von rund 2,5 Milliarden Dollar. Ohne den Sonderfaktor hätte es ein Minus von 550 Millionen Dollar gegeben. Im Vorjahr war ein Verlust von 847 Millionen angefallen.

Uber ist bisher nicht an der Börse gelistet und deshalb nicht zu öffentlichen Finanzberichten verpflichtet. Die Quartalsergebnisse, die das kalifornische Unternehmen seinen Investoren zukommen lässt, dringen über US-Medien aber regelmäßig nach draußen.

Der Fahrdienstvermittler strebt im kommenden Jahr an die Börse. Ein hohes Wachstumstempo kann Anleger anlocken, daher investiert das Unternehmen kräftig. Schlechte Nachrichten, wie der tödliche Unfall mit einem selbstfahrenden Auto im März, trüben dagegen die Aussichten.

Uber zieht Roboterwagen aus Arizona ab

Uber zieht nun Konsequenzen aus dem Vorfall. Das Unternehmen zieht seine selbstfahrenden Autos komplett aus dem US-Bundesstaat Arizona ab. Künftig werde das Roboterwagen-Projekt stattdessen in Pittsburgh und San Francisco gebündelt, teilte Uber am Mittwoch mit. Zugleich halte der Fahrdienst-Vermittler an der Entwicklung von Technologien für autonomes Fahren fest und wolle die Testfahrten "in naher Zukunft" wieder aufnehmen, sagte eine Sprecherin.

Die Uber-Roboterwagen stehen still, seit im März eins der Fahrzeuge bei einer nächtlichen Testfahrt in Arizona eine Fußgängerin tötete. Die Frau überquerte eine mehrspurige Straße und schob dabei ein Fahrrad.

Der Unfall-Hergang warf die Frage auf, warum der Wagen weder abbremste noch auswich, obwohl die Sensoren die Fußgängerin erkannt haben müssten. Auch der Mensch am Steuer des Fahrzeugs reagierte nicht und schien laut Videoaufnahmen aus dem Innenraum vor dem Unfall abgelenkt gewesen zu sein.

Einem Medienbericht zufolge geht der Unfall bisherigen Untersuchungen zufolge auf einen Softwarefehler zurück. Der Computer habe die Sensordaten, die ein Hindernis auf der Straße anzeigten, ignoriert, weil er sie als einen Fehlalarm einstufte, berichtete die Technologie-Website "The Information" unter Berufung auf informierte Personen. Uber kommentiert den Bericht unter Hinweis auf laufende Ermittlungen nicht. Arizona hatte bisher besonders lockere Regeln für Fahrten mit Roboterwagen.

brt/rei/dpa

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