Sonntag, 16. Dezember 2018

Dara Khosrowshahi setzt nun auf Fahrräder Uber-Chef erklärt, warum seine Firma in Deutschland versagt hat

Uber-Chef Dara Khosrowshahi

Uber macht es in Deutschland künftig eine Nummer kleiner: Der aggressive Fahrdienstvermittler will seine frisch dazugekauften Elektro-Fahrräder demnächst auch in Berlin auf die Straßen bringen. Die orangefarbenen E-Bikes von Jump sollen bis Ende des Sommers in der Hauptstadt verfügbar sein, kündigte Uber-Chef Dara Khosrowshahi am Mittwoch in Berlin an. Uber hatte das Start-up Jump Anfang April übernommen. Es ist Teil der neuen Strategie von Khosrowshahi, verstärkt auch andere Verkehrsmittel als Autos über die Plattform zu vermitteln.

Als weitere Neuerung will Uber nach einem Testlauf in München auch in Berlin Fahrten mit Elektrofahrzeugen vermitteln. Der Dienst UberGreen wurde in den vergangenen drei Monaten zunächst mit rund 30 Autos in München getestet. Dort wird der Service mit mehr Elektrowagen ausgebaut.

Mit Blick auf die Vergangenheit zeigte Khosrowshahi Reue und Demut: Er sieht in dem absoluten Streben nach Wachstum die Ursache für die Probleme des US-Konzerns. Dies habe dazu geführt, dass Uber "um jeden Preis" wachsen wollte, sagte der frühere Expedia-Chef am Dienstag auf einer Veranstaltung des Axel-Springer-Konzerns.

Beim Neustart in Deutschland will Khosrowshahi Fehler der Vergangenheit vermeiden. "Wir hatten einen sehr schlechten Start in Deutschland, und wir sind hier, um einen neuen Ansatz umzusetzen", sagte Khosrowshahi am Dienstagabend in Berlin. Der Fahrdienst-Vermittler will demnächst Gespräche mit Vertretern einzelner Städten und Bundesländer über Kooperationen aufnehmen.

Letztlich habe sich Uber von einem Unternehmen, das jeder respektiert habe und nutzen wollte, zu der Firma mit den Problemen entwickelt, von der jeder gehört habe. Details nannte der 49-Jährige nicht. Uber war unter Khosrowshahis Vorgänger Travis Kalanick unter anderem wegen der aggressiven Expansionspolitik, sexueller Belästigung und einem Datenskandal in den Schlagzeilen gelandet.

In Deutschland hatten Taxizentralen aus mehreren Großstädten gegen das auf private Fahrer setzende Angebot geklagt, weil die Fahrer und Uber keine Genehmigung zur Personenbeförderung haben. "Wir hatten einen sehr schlechten Start in Deutschland", sagte Khosrowshahi.

Nun gehe es darum, das Geschäft "richtig" aufzubauen. Der Uber-Chef, der iranische Wurzeln hat, brachte dabei auch eine Zusammenarbeit mit Betreibern öffentlicher Verkehrsmittel ins Spiel. Diese müssten einfacher zu nutzen und verfügbarer sein. Ziel von Uber sei letztlich: "Wir wollen das Amazon des Transportwesens werden."

nis/rtr/dpa

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