Samstag, 10. Dezember 2016

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Die Folgen des VW-Abgasskandals Müller reist in die USA - will aber nicht "auf die Knie fallen"

VW-Chef Matthias Müller reist Mitte Januar in die USA - will aber selbstbewusst auftreten und dort "nicht auf die Knie fallen".

13:30 Uhr: Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen aus der Pressekonferenz - dem ersten großen öffentlichen Auftritt von VW-Chef Matthias Müller seit seinem Amtsantritt Ende September:

  • Volkswagen will mit einer grundlegenden Neuausrichtung künftig Skandale wie die Abgas-Affäre verhindern. "Wir werden es nicht zulassen, dass uns diese Krise lähmt", sagte Müller. "Wir nutzen sie als Katalysator für den Wandel, den Volkswagen braucht". So ernst die aktuelle Situation auch sei: "Dieses Unternehmen wird nicht daran zerbrechen."
  • VW soll künftig zu einem dezentral organisierten Konzern mit strikteren Testprozessen werden. Müller will VW zudem zum führenden Konzern bei Elektroantrieben machen.
  • Als Reaktion auf den Skandal will VW unter anderem in der Entwicklungsarbeit strenger auf die Einhaltung von Regeln zu achten. So wird künftig etwa bei der Software-Entwicklung für Motorsteuergeräte auf das Vier-Augen-Prinzip gesetzt, um Manipulationen zu erschweren.
  • VW will zudem die Praxis bei der Prüfung von Verbrauchswerten und Emissionen gründlich ändern. So sollen Emissionstests künftig grundsätzlich extern und unabhängig untersucht werden.
  • Einen Absatzeinbruch nach dem Skandal gibt es nach Aussage von Müller bisher nicht. Auch ein Verkauf von Unternehmensteilen ist derzeit nicht geplant.
  • Bei der Suche nach Verantwortlichen für den weltweiten Diesel-Skandal hat die VW-Spitze weiterhin nur einen relativ kleinen Kreis von Verdächtigen im Visier. "Wir halten es für wahrscheinlich, dass nur eine überschaubare Zahl an Mitarbeitern aktiv zu den Manipulationen beigetragen hat", erklärte Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch.

13:05 Uhr: Nach exakt zwei Stunden ist die Pressekonferenz von VW-Chef Matthias Müller und VW-Aufsichtratschef Hans Dieter Pötsch nun zu Ende. Zuletzt sagte Müller noch ein paar Worte zu VWs Beziehungen mit den US-Umweltbehörden EPA und CARB, die den Abgasskandal ins Rollen gebracht haben. Er hofft auf eine Vereinbarung in den nächsten Tagen, vielleicht auch nächsten Wochen, um dann mit einem Rückruf in den USA beginnen zu können Mit den US-Behörden ist Volkswagen nun "in einem sehr sachlichen und konstruktiven Gesprächsmodus", sagt Müller. Das war in der Vergangenheit nicht immer so.

Müller kann sich vorstellen, dass die US-Behörden teils "vergrätzt" waren - weil manche Hinweise im Unternehmen nicht so ankamen wie erwünscht. Müller will Volkswagen so umbauen, dass dies nicht mehr passieren kann - indem wichtige Informationen auf dem Weg von unten nach oben nicht mehr versickern.

12:55 Uhr: Europas Autohersteller erwägen offenbar eine Imagekampagne zur Stärkung des Diesel-Motors. Dessen Ruf hat durch die Manipulationen von Volkswagen deutlich gelitten. Im europäischen Herstellerverband habe man zuletzt genau darüber gesprochen, sagt VW-Chef Müller auf Nachfrage. "Es gibt keinen Grund, den Diesel schlechtzureden, sofern die Stickoxid-Werte in Ordnung sind", meint Müller. "Es sollte uns gemeinschaftlich zu gelingen, gemeinschaftlich das Image des Diesels zu verbessern".

12:45 Uhr: Wann reist VW-Chef Müller nun in die USA? Bisher war er als Konzernchef noch nicht in Nordamerika. Müller deutet an, dass er wohl in den Tagen nach der Automesse in Detroit, also Mitte Januar, mit Vertretern der US-Umweltbehörden EPA und CARB sprechen wolle. Das soll allerdings kein Canossa-Gang werden. "Ich glaube nicht, dass ich dort auf die Knie fallen werde", erklärt Müller vor Journalisten. "Ich werde selbstbewusst auftreten. Der Fehler ist uns passiert, wir sorgen dafür, dass er aufgeklärt wird und uns so etwas nicht mehr passiert".

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