Dienstag, 31. Mai 2016

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Tesla verdreifacht Verlust, doch malt rosige Zukunft 2016 wird das härteste Jahr, das Elon Musk je erlebt hat

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DPA

Verlust verdreifacht? Egal, dafür verdoppeln wir jetzt die Auslieferungen, zeigen bald ein neues Auto und machen Gewinn. Mit diesen Versprechen hält Tesla-Chef Elon Musk seine Aktionäre vorerst bei der Stange. Doch es ist nur ein kleiner Etappensieg in seinem härtesten Jahr.

Alles andere als gewöhnlich - das ist das Grundverständnis des Elektroauto-Herstellers Tesla. Kein anderer Autohersteller würde es wagen, seinen Autos einen "Wahnsinns-Modus" einzubauen. In der stärksten Variante der Elektrolimousine Model S gibt es dafür einen Schalter. Wird er umgelegt, beschleunigt der Wagen in 2,9 Sekunden auf 100 km/h.

Für einen kräftigen Kursanstieg der Tesla-Aktie Börsen-Chart zeigen braucht es aber nicht mal einen solchen Hebel. Da reichen ein paar ambitionierte Ankündigungen von Tesla-Chef Elon Musk aus. Damit gelingt ihm ein erster Etappensieg, obwohl er seine Versprechen in der Vergangenheit längst nicht immer halten konnte. Die wahren Härteprüfungen stehen Tesla noch in diesem Jahr bevor - in geballter Form.

Erstaunlich ist die Euphorie der Aktionäre schon deshalb, weil Musk für das vergangene vierte Quartal nur wenig Erfreuliches zu berichten hatte. Von Oktober bis Dezember 2015 stieg der Verlust auf 320 Millionen Dollar, das ist fast das Dreifache im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und mehr, als Analysten erwartet hatten. Der Umsatz stieg um 27 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar - auch das lag unter den Erwartungen.

Doch damit hielt sich Musk in seinem Brief an die Aktionäre nicht allzu lange auf - lieber gab er einen optimistischen Ausblick auf das laufende Jahr. Im ersten Quartal will Tesla 16.000 Wagen seiner beiden Baureihen "Model S" und "Model X" ausliefern. Ganze 90.000 Stück sollen es im laufenden Jahr werden und damit um 80 Prozent mehr als noch 2015. Denn im vergangenen Jahr lieferte Tesla 50.658 Fahrzeuge an seine Kunden.

Musks Jahr der Großprojekte

"Wir planen ein noch schnelleres Auslieferungswachstum als letztes Jahr", versicherte Musk in einem Schreiben. Zudem kündigte er an, dass Tesla in diesem Jahr einen positiven Cash-Flow erzielen und profitabel sein wolle.

Diese Versprechen waren offenbar genau die Worte, die Investoren hören wollten. Seit Jahresbeginn hat die Tesla-Aktie Börsen-Chart zeigen um mehr als 30 Prozent nachgegeben. Nach der Bekanntgabe der Zahlen legte der Kurs an der New Yorker Börse um bis zu 13 Prozent zu und liegt nun wieder bei 160 Dollar.

Das Vertrauen seiner Aktionäre hat sich Musk damit offenbar erneuert - und er kann es in diesem Jahr besonders gut gebrauchen. Denn 2016 hat sich Musk für Tesla viel vorgenommen: Die Kalifornier müssen nicht nur beweisen, dass sie das Zeug zum Großserienhersteller haben. Auch die weltgrößte Batteriefabrik wollen sie zum Laufen bringen, und den ersten großen Schritt in Richtung Massenmarkt gehen. Musk muss nun beweisen, dass er seinen großen Visionen und Versprechungen auch Taten folgen lässt - und das wird alles andere als einfach.

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