Montag, 19. November 2018

Tesla folgt dem Beispiel von Harley Davidson Tesla will jährlich 500.000 Autos in China bauen - und Strafzölle damit umgehen

Tesla will in China bald 500.000 Fahrzeuge pro Jahr bauen
Tesla Motors
Tesla will in China bald 500.000 Fahrzeuge pro Jahr bauen

Inmitten des Handelsstreits zwischen den USA und China will der US-Elektroautopionier Tesla ein Werk in Shanghai bauen. Eine entsprechende Vereinbarung sei am Dienstag unterzeichnet worden, teilte die Stadtverwaltung mit. Das Werk soll in zwei Jahren fertig sein. Jährlich sollen dann in dem Werk 500.000 Fahrzeuge hergestellt werden. Bei der Feier war auch Tesla-Chef Elon Musk anwesend.

Tesla plant schon länger den Bau einer eigenen Fabrik in China, um vom stark wachsenden Markt für Elektroautos zu profitieren. Zudem entgeht das Unternehmen auf diese Weise den Einfuhrzöllen von 25 Prozent für US-Fahrzeuge, die im Zuge des Handelsstreits verhängt wurden.

Allein am Wochenende hob Tesla Börsen-Chart zeigen die Preise in China zweimal an; die Fahrzeuge sind nun 70 Prozent teurer als in den USA.

Tesla folgt mit diesem Schritt dem Motorradhersteller Harley Davidson, der im Zuge des Handelsstreits angekündigt hatte, einen Teil seiner Produktion ins Ausland zu verlagern, um die von US-Präsident Donald Trump durchgesetzten Strafzölle von 25 Prozent zu umgehen.

Das Tesla-Werk nahe Shanghai soll das größte Werk außerhalb der USA des Elektroautobauers werden. In Shanghai hat Tesla bereits ein Zentrum für Technik und Entwicklung.

Standortsuche für "Gigafactory" in Europa geht weiter

In Europa sucht Tesla ebenfalls einen Standort - er soll bis Ende des Jahres gefunden sein. Das Unternehmen nennt seine geplanten Werke "Gigafabriken", weil dort sowohl die Autos als auch die für den Elektroantrieb benötigten Batterien hergestellt werden sollen.

In den USA baut Tesla seine Autos im Bundesstaat Kalifornien zusammen, die Batterien produziert das Unternehmen im Bundesstaat Nevada. Derzeit hinkt der Autobauer seinem Produktionsplan aber stark hinterher. In Kalifornien sollen eigentlich 5000 Model-3-Autos pro Woche vom Band laufen - im April waren es zeitweise nur 2000. Tesla nannte unter anderem Probleme mit der Batterie als Ursache.

Tesla plant schon lange, eine eigene Produktionsstätte in China aufzubauen. Die Bemühungen waren aber bislang ohne Erfolg. Denn Tesla-Chef Elon Musk hatte sich geweigert, das dafür notwendige Joint-Venture mit einem chinesischen Partner einzugehen. Das lehnte die chinesische Regierung lange Zeit ab, bis sie April angekündigte, dass die Eigentumsbeschränkungen für ausländische Hersteller bei Elektrofahrzeugen aufgehoben würden. Ob Tesla mit seiner Fabrik in Shanghai, die in zwei Jahren fertig sein soll, um solch ein Joint Venture herumkommt, war am Dienstag noch offen.

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China ist ein gewaltiger und heiß umkämpfter Markt für Elektrofahrzeuge mit vielen einheimischen Herstellern. Eine Produktion in China würde Tesla konkurrenzfähiger machen: Zuletzt musste die Firma angesichts des amerikanisch-chinesischen Handelskonflikts allerdings die Preise um mehrere zehntausend Dollar erhöhen, um Strafzölle aufzufangen.

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