Sonntag, 24. Juli 2016

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Elon Musks Gigafactory Tesla baut seine Autos künftig ohne die legendären Laptop-Batterien

Teslas geplante Mega-Batteriefabrik in Nevada: Größer als alle anderen Produktionsstätten zusammen

Sie sind das Erfolgsgeheimnis von US-Elektroautobauer Tesla: Die kraftvollen Panasonic-Batterienzellen vom Typ 18650, der auch in Laptops vorkommt. In seiner geplanten Mega-Batteriefabrik will Firmenchef Elon Musk jedoch andere Akkus produzieren, wie manager magazin online erfuhr.

Hamburg - Ein Auto, das mit Strom aus Laptop-Batterien angetrieben wird? Da mussten Manager etablierter Autohersteller lange Zeit herzhaft lachen. Doch Tesla-Chef Elon Musk setzte den Plan um, baute Roadster und Model S mit den einfachen, aber leistungsstarken Panasonic-Zellen vom Typ 18650. Die Autos schlugen am Markt ein, die Beobachter frotzelten nicht mehr.

Doch nun verbschiedet sich Musk offenbar von seinen Erfolgszellen, wie manager magazin online erfuhr. In seiner geplanten Gigafactory - einer monströsen Batteriefabrik in der Wüste Nevadas - will der rastloste Unternehmenslenker den Informationen zufolge größere Speicher bauen.

"In der Gigafactory werden sie andere Batterien als die bisherigen 18650-Zellen verwenden", heißt es in Industriekreisen. "Die werden eine Dimension größer, werden mehr Energie pro Zelle liefern." Tesla-Vizepräsident Jerome Guillen bestätigte Änderungen gegenüber manager magazin online: "Sagen wir, die Batterien werden optimiert sein, auch was ihre Leistungsstärke angeht".

Mit größeren Zellen könnte Tesla vor allem viel Geld sparen. Und darauf kommt es für das Unternehmen jetzt an: Die Batterieproduktion soll in der neuen Fabrik deutlich billiger werden - um mindestens 30 Prozent. Denn Musk will mit den Akkus sein Massenmodell "Model 3" bestücken, das 2017 oder 2018 an den Start gehen soll.

Verwendet Tesla größere Zellen, etwa des Typs 26650, spart das Unternehmen einerseits Material für das Gehäuse der Speicher. Der Durchmesser dieser zylinderförmigen Akkus ist mit 26 Millimetern 8 Millimeter länger, die Höhe mit 65 Millimetern gleich.

Vor allem aber wären weniger Zellen für das Batteriepaket eines Wagens nötig. Bisher verbaut Tesla mehr als 7000 Zellen des Typs 18650 für einen 85-Kilowattstunden-Speicher im Model S. Mit Zellen des Typs 26650 könnte diese Zahl auf etwa die Hälfte reduziert werden, heißt es in Expertenkreisen.

So wird eine preiswertere und effizientere Produktion möglich: Denn jede einzelne Zelle muss in der Fabrik stundenlang ein erstes Mal in einer speziellen Maschine aufgeladen werden. Je weniger Zellen, desto weniger dieser Maschinen sind nötig und desto schneller ist ein Batteriepaket fertig für den Einsatz im Auto.

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