Donnerstag, 21. März 2019

Elon Musks Gigafactory Tesla baut seine Autos künftig ohne die legendären Laptop-Batterien

Teslas geplante Mega-Batteriefabrik in Nevada: Größer als alle anderen Produktionsstätten zusammen

2. Teil: "Mit der Gigafactory wird Tesla eine marktbeherrschende Stellung haben"

"Die Investitionskosten könnten sich in diesem Bereich halbieren, die Fertigungsgeschwindigkeit könnte sich verdoppeln", sagt Batterieexperte Andreas Gutsch vom Karlsruher Institut für Technologie. Gleichzeitig müsste Tesla nicht von seiner Batterie-Erfolgsrezeptur abweichen.

So dürften die größeren Zellen mit etwa derselben Chemiemixtur gefüllt sein wie die alten. Sie ermöglicht die 30-40 Prozent höhere Energiedichte der Tesla-Batterien im Vergleich zu den Wettbewerbern.

Die größeren Zellen ließen sich zudem ganz ähnlich zusammenschalten und schützen wie die 18650er. "Die werden weiter hoch parallel angeordnet sein", heißt es denn auch in Industriekreisen.

Tesla-Partner Panasonic dürfte die Größenumstellung klaglos mittragen. Die Japaner haben denkbare andere Formate schon jetzt im Angebot. Panasonic kann für die Produktion der neuen, größeren Zellen die gleichen Maschinen nutzen wie für die Produktion der 18650er-Zellen. Die Maschinen müssen dafür nur leicht angepasst werden.

Daher ließen sich die erforderlichen Maschinen in großer Zahl für die Gigafactory bauen, ist Gutsch überzeugt. Die Marktmacht von Tesla sei so groß, dass es sich einfach lohne.

Wie stark kann Tesla die Batteriekosten tatsächlich senken?

Uneins sind Fachleute aber darüber, wie stark Tesla die Batteriekosten am Ende wirklich senken kann. "Sehr große Sprünge sind für Tesla bei den Kosten nicht mehr möglich, es kommt jetzt auf jeden Cent an", sagt Gutsch.

Einen Vorteil bringt das Riesenwerk Tesla wohl auf jeden Fall: Niedrigere Logistikkosten. Denn von der Rohstoffbearbeitung über die Zellproduktion bis hin zur Zusammenstellung und Test der Batteriepacks soll alles unter einem Dach stattfinden.

Derzeit liegen die Kosten laut Unternehmensangaben bei 200 bis 300 Dollar pro Kilowattstunde. Ein Zielpreis von etwa 130 Dollar, wie Guillen ihn im Interview mit manager magazin online nahelegt, gilt in Industriekreisen aber als extrem ambitioniert. "Das wird vorerst nichts."

Doch angesichts einer schwachen Konkurrenz auf dem Batteriemarkt ist das vielleicht auch gar nicht nötig, sagt Gutsch. "Wenn Tesla diese Fabrik baut, hat das Unternehmen eine marktbeherrschende Stellung."

Folgen Sie Nils-Viktor Sorge auf twitter
Beste Autothemen auf Twitter

Seite 2 von 2

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung