Freitag, 19. Oktober 2018

E-Autobauer sondiert Expansion nach Europa Südwest-Bundesländer buhlen um Tesla-Gigafactory

Tesla Model S im kalifornischen Fremont

Der US-Elektroautobauer Tesla führt einem Medienbericht zufolge Gespräche über den Bau einer großen Fabrik in Europa. Das Unternehmen aus dem Silicon Valley habe in Deutschland Gespräche mit zwei Bundesländern über eine so genannte Giga-Factory zum Bau von Elektroautos und Batterien unter einem Dach geführt, berichtete das "Wall Street Journal" am Montag unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen.

Die Gespräche befänden sich noch in einem frühen Stadium, ein Abschlus sei nicht sicher. Auch über einen möglichen Standort in den Niederlanden, wo Tesla bereits ein Umbauwerk betreibt, seien Gespräche geführt worden, zitierte das Blatt einen Regierungsbeamten. Es sei allerdings unklar, ob diese Option weiter verfolgt werde. Tesla äußerte sich nicht.


Lesen Sie hier: Diese Firmen planen "Gigafactories" in Europa


Tesla fährt derzeit die Produktion seines für den Massenmarkt bestimmten Model 3 hoch. Das US-Unternehmen hatte erst vor Kurzem den Bau einer Fabrik in China angekündigt. Bisher baut seine Elektroautos überwiegend am Standort Fremont in Kalifornien. Zuletzt hatte der Chef des Autobauers, Elon Musk, allerdings ein europäisches Werk in Aussicht gestellt; bis Ende des Jahres wolle man dessen Standort verkünden. Deutschland erscheine aktuell als erste Wahl.

Laut "Wall Street Journal" hätten sich nun vor allem Rheinland-Pfalz und das Saarland um Tesla bemüht. "Wir haben alles uns Mögliche getan, um sicherzustellen, dass Rheinland-Pfalz ins Rennen um das Werk geht", zitiert die Wirtschaftszeitung einen Landespolitiker. "Sie schauen sich uns an, um zu sehen, ob wir ihre Bedürfnisse befriedigen können", sagte die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger dem Blatt. Beide Länder unterstrichen allerdings, dass noch keine offiziellen Verhandlungen begonnen hätten.

luk, reuters

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH