Dienstag, 13. November 2018

Elektroauto-Pionier Tesla muss Absatzprognose kürzen

Elektroautopionier: Mit welchen Stromern Tesla angreift
AFP

Bei Tesla geht es voran, allerdings nicht so schnell wie versprochen: Umsatz und Gewinn lagen zwar im vergangenen Quartal über den Erwartungen. Doch seine Jahres-Absatzprognose musste der Elektroautopionier stutzen. Ein neues Modell verzögert sich.

Palo Alto - Tesla-Chef Elon Musk ist ein Superstar der Tech-Szene - er wird mit Steve Jobs, Henry Ford und Thomas Edison verglichen. Der Self-Made-Milliardär will mit seiner Raumfahrtfirma SpaceX 80 000 Menschen ins Weltall bringen, fliegende Autos bauen und sich auf dem Mars zur Ruhe setzen. Aber erstmal muss auf dem Planet Erde noch einiges erledigt werden. Gestern Abend musste Musk Analysten erläutern, warum beim Elektroauto-Hersteller Tesla eigentlich alles länger dauert als geplant.

Das Unternehmen lieferte von Juli bis September 7785 Wagen vom aktuellen "Model S" aus - rund 20 mehr als im Vorquartal - ein neuer Rekordwert. Doch gleichzeitig räumte das Unternehmen nun ein, in diesem Jahr nur mit 33.000 ausgelieferten Wagen zu rechnen. Das wären zwar immer noch 50 Prozent mehr als 2013, doch zuletzt hatte die Vorhersage noch bei 35.000 gelegen.

Atemberaubend ist das Wachstum also nicht - obwohl Musk zuletzt hohe Erwartungen schürte. Nachdem das "Wall Street Journal" kürzlich einen Bericht über sinkende Verkaufszahlen verbreitet hatte, hatte der Tesla-Chef eilig auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zurückgekeilt: Alles falsch, im September habe die Firma im Jahresvergleich 65 Prozent mehr verkauft.

"Die Nachfrage ist nicht unser Problem"

Enttäuscht wurden Tesla-Fans auch mit einem weiteren Eingeständnis. Der Verkaufsstart des Elektro-SUV "Model X" wird sich laut Musk um drei Monate verzögern - bis zum dritten Quartal 2015.

Musk betonte, die gesenkte Absatzprognose sei ausschließlich auf mangelnde Produktionskapazitäten zurückzuführen. "Die Nachfrage ist nicht unser Problem. Wir würden gerne schneller wachsen, haben aber nur eine Fabrik." Die zu überholen, habe im Juli länger gedauert als erwartet und zu Ausfällen geführt. 2015 will Tesla unverändert 2000 Wagen pro Woche fertigen, also knapp 50.000 im Jahr. "Ich glaube nicht, dass das sehr schwer sein sollte", sagte Musk.

Die gesamte Jahresproduktion sei schon abverkauft, wer jetzt bestelle, müsse sich bis 2016 gedulden. Es gehe darum, sich Zeit zu nehmen, um die Details zu perfektionieren. Mit weiteren Verzögerungen sei aber nicht zu rechnen, so Musk: "Es ist keine große Sache, es geht um Kleinigkeiten."

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