Dienstag, 20. November 2018

Tesla-Gründer berichtet von Verhandlungen über Rückzug von der Börse Die Saudis sollen es für Elon Musk richten

Elon Musk, Chef des E-Autobauers Tesla
Getty Images
Elon Musk, Chef des E-Autobauers Tesla

Der Staatsfonds von Saudi-Arabien wolle Teslas Börsen-Chart zeigen Abgang von der Börse finanzieren, bestätigt Tesla-Chef Elon Musk am Montag in einem Blogpost. Bereits Anfang 2017 habe der "Public Investment Fonds" (PIF) ihm den Schritt vorgeschlagen und seitdem mehrfach darüber verhandelt.

Am Wochenende hatte es abweichende Berichte über den Stand der Gespräche mit dem Fonds des Erdöl-Königreichs gegeben. Die Tesla-Aktie schoss nach der Äußerung Musks zunächst nach oben, dann legte sich die Euphorie.

Laut Elon Musk habe der Geschäftsführer des Staatsfonds bei einem Treffen Ende Juli Bedauern darüber geäußert, dass Tesla in der Vergangenheit kein Interesse daran gezeigt habe, mithilfe der Saudis von der Börse zu gehen. Zuvor hatte der PIF knapp 5 Prozent des E-Autobauers am Markt gekauft. "Ich habe es so verstanden, dass keine anderen Entscheider mehr einbezogen werden müssen und sie erpicht darauf sind, fortzufahren", schreibt der 47-Jährige.


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Er habe das Meeting mit dem sicheren Eindruck verlassen, dass ein Deal geschlossen werden könne, erklärt der Tesla-Chef weiter, und man nur den Prozess in Gang setzen müsse. "Es ist offensichtlich, dass der saudi-arabische Staatsfonds mehr als genug Kapital hat, um eine solche Transaktion zu vollziehen."

Das Volumen könnte bei bis zu 82 Milliarden US-Dollar liegen, analysiert die Nachrichtenagentur Bloomberg. Musk hingegen schreibt jetzt, er würde Tesla nicht mit Schulden beladen und den Abgang vor allem mit Eigenkapital finanzieren wollen. "Deswegen übertreiben Berichte drastisch, in denen es heißt, es würde mehr als 70 Milliarden US-Dollar für den Schritt brauchen."

Gespräche mit weiteren Investoren

Seit der Ankündigung am 7. August habe er weiter mit dem Geschäftsführer des Staatsfonds kommuniziert, so der Tesla-Chef. Der habe "Unterstützung" für die Umsetzung ausgedrückt, vorausgesetzt einer genauen Untersuchung der Finanzzahlen und der Klärung diverser Details. Er sei außerdem in Gesprächen mit anderen Investoren, da Tesla weiterhin eine breite Eigentümerbasis haben solle. Für Details sei es noch zu früh.

Musk hatte vergangene Woche per Twitter angekündigt, er wolle Tesla von der Börse nehmen. Er schrieb, die Finanzierung dafür sei gesichert und stellte einen Aktienpreis von 420 Dollar in Aussicht. Zu dem Zeitpunkt waren das 23 Prozent mehr als am Vorabend.


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Bild: AP / Wochit

Daraufhin war Musk unter immer größeren Druck geraten. Zwei Klagen von Anlegern wurden in den vergangenen Tagen eingereicht, unter anderem wegen des Vorwurfs der Kursmanipulation. Außerdem wurde bekannt, dass die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC den Vorfall untersucht. Demnach prüft die Behörde unter anderem, warum die Ankündigung nicht über die üblichen Kanäle erfolgte.


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Bild: manager magazin online

Gerade die Aussage der gesicherten Finanzierung hatten Experten als kritisch angesehen. Denn damit werde eine Tatsache festgestellt, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Erik Gordon von der University of Michigan gegenüber Reuters. Sollte sich die später als falsch erweisen, könne Musk dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Wenig verwunderlich also, dass er nun versucht, sich zu erklären.

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