Dienstag, 20. November 2018

BMW prüft noch Tesla erhöht in China als erster Autobauer die Preise

Schon mal gucken und anfassen: Tesla stellte sein Model 3 im April dieses Jahres zur Autoshow in Peking vor. -Tesla reicht die von China erhobenen zusätzlichen Zölle an die Käufer weiter. Ob die standesbewusste chinesische Oberschicht deshalb auf den Kauf eines Tesla verzichten wird?

BMW prüft noch die Höhe "nötiger Preiserhöhungen", Tesla hat bereits erhöht: Im Handelsstreit zwischen den USA und China reicht Tesla die von China erhobenen Gegenzölle an die Kunden weiter. Model S und Model X verteuern sich damit um 20 Prozent. Mit einer eigenen Fabrik in Shanghai könnte Elon Musk den Zöllen entgehen. Der Tesla-Chef ist wohl zu diesem Zweck jetzt nach China gereist.

Tesla hat als erster Autobauer mit drastischen Preiserhöhungen in China auf den sich verschärfenden Handelsstreit zwischen den USA und der Volksrepublik reagiert. Damit verteuern sich die Modelle X und S auf dem für den kalifornischen Elektroauto-Pionier wichtigen chinesischen Markt um rund 20 Prozent, teilte Tesla auf seiner Internetseite mit.

Der Preis für einen Geländewagen Model X steigt etwa um fast 20.000 Euro auf umgerechnet rund 119.000 Euro. Die im Mai gewährten Preissenkungen wurden damit wieder zunichte gemacht. "Preiserhöhungen werden auf die Umsätze drücken, aber Tesla muss angesichts der Verluste die Preise anheben, weil sie es sich nicht leisten können, die höheren Kosten durch die Zölle ganz aufzufangen", sagte Analyst Efraim Levy von CFRA.

Experten rechnen damit, dass weitere Autokonzerne die Preise in China für aus den USA gelieferte Wagen anheben oder größere Teile der Produktion dorthin verlagern werden. "Das ist erst das erste Kapitel dieser Geschichte", sagte Experte James Chao von der Beratung IHS Markit.

Elon Musk reist nach Shangai und Peking

Für Tesla ist China ein wichtiger Markt, weil die Volksrepublik die Elektromobilität wegen der starken Luftverschmutzung deutlich ausbauen will. Das China-Geschäft machte vergangenes Jahr etwa 17 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Tesla lieferte mehr als 15.000 Fahrzeuge nach China und plant eine Fabrik in Shanghai.

Unternehmenschef Elon Musk wird am Dienstag in Shanghai erwartet, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Im Anschluss wolle er nach Peking reisen. Eine Telsa-Sprecherin wollte sich nicht dazu äußern.

Auch BMW wird wohl die Preise erhöhen

Auch BMW hat angekündigt, Preiserhöhungen für aus den USA nach China ausgeführte Wagen zu prüfen. "BMW China wird nicht in der Lage sein, die Zollerhöhungen für importierte Autos aus den USA komplett zu absorbieren", erklärte ein Sprecher des Dax-Konzerns am Montag in München. "Derzeit kalkulieren wir in dem Zusammenhang nötige Preiserhöhungen."

BMW produziert im Werk Spartanburg in South Carolina die Geländewagen der X-Reihe. Im vergangenen Jahr gingen von den in den USA gefertigten Fahrzeugen gut 100.000 nach China. Besonders beliebt ist bei chinesischen Kunden der X3, weshalb der Geländewagen jetzt auch vor Ort gefertigt wird. Konkurrent Daimler hatte im Juni wegen des Handelsstreits eine Gewinnwarnung herausgegeben. Als Begründung führte Daimler an, dass die höheren chinesischen Zölle für in den USA hergestellte Autos nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden könnten.

Als Reaktion auf die von US-Präsident Donald Trump erhobenen Zölle auf chinesische Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar hat China seit Freitag Vergeltungszölle in gleicher Höhe unter anderem auf US-amerikanische Autoimporte, Sojabohnen und Baumwolle bis hin zu Schweinefleisch eingeführt.

Rei/Reuters

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