Sonntag, 19. November 2017

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Produktionsprobleme bei Günstig-Elektroauto Tesla findet Schuldigen für Model-3-Chaos

Tesla Model 3

Probleme beim wichtigsten Zulieferer Panasonic Börsen-Chart zeigen stecken offenbar hinter dem Produktions-Chaos bei Teslas Elektroauto-Hoffnungsträger Model 3. Der japanische Technologiekonzern steuert die Batteriezellen für das Mittelklasse-Modell (Preis: ab 35.000 Dollar) bei. Doch deren Fertigung habe zuletzt gestockt, erklärte Panasonic bei Vorlage der Quartalszahlen.

Aufgrund der Probleme hätten seine Mitarbeiter die Zellen anfangs teilweise per Hand herstellen müssen, sagte Panasonic-Chef Kazuhiro Tsuga, ohne näher ins Detail zu gehen. "Dieser Prozess wird bald automatisiert, und die Zahl der produzierten Fahrzeuge wird deutlich steigen", sagte Tsuga einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge.

Im dritten Quartal hatte Tesla lediglich 260 Model 3 ausgeliefert. Angepeilt hatte Unternehmenschef Elon Musk hingegen 1500.

Die Batteriezellen stellt Panasonic in Teslas Gigafactory im US-Bundesstaat Nevada her. Die Fabrik ist erst zum Teil fertig gestellt. In der Gigafactory baut Tesla aus den Panasonic-Zellen dann Batteriepakete. Diese werden in die Autofabrik in Fremont (Kalifornien) transportiert.

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Am heutigen Mittwoch legt Tesla Quartalszahlen vor. Analysten rechnen mit einem deutlichen Verlust - nicht zuletzt wegen des verspäteten Hochlaufs des Model 3. Beobachter erwarten auch, dass Musk genauer erläutert, warum die Produktion unter Führung des Ex-Audi-Manager Peter Hochholdinger bisher stockte.

Zuletzt hatte Tesla Hunderte Mitarbeiter entlassen, die laut Unternehmensangaben zu wenig Leistung gezeigt hatten. Arbeitnehmervertreter protestierten scharf und prangerten Missstände bei dem Elektroautobauer vor.

mit rtr

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