Sonntag, 24. Juni 2018

Erneut Probleme bei Model-3-Fertigung, Streit um Arbeitsunfallstatistik Tesla stoppt Produktion - Wie sicher ist die Fabrik?

Tesla-Fabrik in Fremont: Die Probleme (hier Produktion des Model S) bei der Produktion des Model 3 reißen nicht ab

Tesla bekommt die Probleme bei der Model-3-Produktion nicht in den Griff. Jetzt hält Elon Musk für fünf Tage die Bänder an und schickt seine Mitarbeiter für die Zeit unbezahlt nach Hause oder in den Zwangsurlaub. Und noch eine neue Baustelle: Eben in dieser Fabrik in Fremont soll es durch mangelnde Sicherheitsvorkehrungen vermehrt zu Unfällen gekommen sein und Tesla die Unfallzahlen frisieren. Der Autobauer widerspricht entschieden.

Schon mehrfach hatte Tesla-Chef Elon Musk die Produktionsziele für das Model 3 revidieren müssen. Ende Januar hatten Tesla-Ingenieure in einem CNBC-Bericht davor gewarnt, die Fabrik im kalifornischen Fremont sei noch weit davon entfernt, eine reibungslose Massenproduktion gewährleisten zu können und hatte weitere Probleme vorausgesagt. Sie sollten Recht behalten:

Elon Musk hat offenbar einen Fertigungsstopp für das Model 3 angeordnet. Für vier bis fünf Tage sollen keine Wagen vom Band laufen. Der vorübergehende Fertigungsstopp des Hoffnungsträgers sei der Belegschaft ohne Vorwarnung mitgeteilt worden, berichtete die Newsseite "Buzzfeed" am Montagabend (Ortszeit) unter Berufung auf Mitarbeiter. Die betroffenen Mitarbeiter sollen laut "Buzzfeed" für die von ihnen nicht verschuldete Produktionspause unbezahlt zu Hause bleiben oder Urlaubstage abbauen.

Eine solche Pause sei nicht ungewöhnlich und nötig, um die Automation zu verbessern, versuchte ein Tesla-Sprecher zu beruhigen. Ähnlich argumentierte das Unternehmen bereits, als die Produktion Ende Februar schon einmal vorübergehend ausgesetzt worden war. Tesla wollte die Produktion eigentlich bereits zum Ende 2017 auf 5000 Wagen pro Woche gebracht haben. Dieses Ziel verschob Elon Musk zuletzt auf Ende Juni. Ende März fertigte Tesla gut 2000 Model 3 wöchentlich.



Der Tesla-Chef hatte zuletzt eingeräumt, dass die Produktionsprobleme von einer übertriebenen Automatisierung verschärft wurden. Dem US-Sender CBS bestätigte Musk, dass Roboter die Fertigung in einigen Fällen verlangsamt hätten. Später schrieb er bei Twitter: "Ja, die übertriebene Automatisierung bei Tesla war ein Fehler. Um genau zu sein, mein Fehler. Menschen sind unterbewertet." Wie diese Aussagen jetzt zu dem Fertigungsstopp passen, blieb zunächst unklar.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH