Montag, 17. Dezember 2018

Erneut Probleme bei Model-3-Fertigung, Streit um Arbeitsunfallstatistik Tesla stoppt Produktion - Wie sicher ist die Fabrik?

Tesla-Fabrik in Fremont: Die Probleme (hier Produktion des Model S) bei der Produktion des Model 3 reißen nicht ab

2. Teil: Wie sicher ist die Fabrik in Fremont - frisiert Tesla die Statistik zu Arbeitsunfällen?

Anhaltende Probleme bei der Fertigung sind bei weitem nicht die einzige Baustelle, die Tesla-Chef Elon Musk schließen muss, will er die Aktionäre oder mögliche Käufer nicht weiter verunsichern. So liefert sich Tesla aktuell eine öffentlich ausgetragene Auseinandersetzung mit dem Magazin "Reval" über die Sicherheit der Fabrik in Fremont und womöglich frisierte Unfallstatistiken.

In einem langen Bericht, in dem auch ehemalige Tesla-Mitarbeiter zitiert werden, glaubt das Magazin Tesla nachweisen zu können, dass der Autobauer seine Berichtspflicht über Unfälle nicht vorschriftsmäßig nachkommt, um damit die Statistik zu frisieren.

In der Fabrik, in der bis zu 10.000 Menschen beschäftigt sind, verletzten sich dem Bericht zufolge jeden Tag im Schnitt zwei Menschen infolge der Ausübung ihrer Arbeit. Die Sicherheitsvorkehrungen seien nicht ausreichend, lautet der Vorwurf. Die Rate der Arbeitsunfälle in der Fabrik in Fremont liege auch deutlich über dem Schnitt der restlichen Autoindustrie.

"Ideologisch motivierter Angriff einer extremistischen Organisation"

In einem Blog-Beitrag in der Nacht zu Dienstag widerspricht Tesla dem Bericht entschieden. Tatsächlich habe Tesla seine Umfallrate im vergangenen Jahr in der Fabrik um ein Viertel senken können. Reval habe das System der Unfallerfassung und -Statistik nicht begriffen.

Es handelte sich um einen "ideologisch motivierten Angriff einer extremistischen Organisation, die direkt mit Gewerkschaftsfans arbeitet, um eine kalkulierte Desinformationskampagne gegen Tesla zu führen", keilt Tesla-Chef Elon Musk in einem längeren Blog-Statement zurück.

Tatsächlich hatten sich Mitarbeiter bereits im Sommer vergangenen Jahres in einem Brief an den Verwaltungsrat über zahlreiche, aus ihrer Sicht vermeidbare Unfälle in der Fabrik beschwert. Zugleich äußerten sie ihre Besorgnis, Repressalien ausgesetzt zu sein, falls sie versuchten, eine Niederlassung der US-Automobilgewerkschaft UAW in der Fabrik zu gründen.

Der Ton in der Auseinandersetzung mit Kritikern bei Tesla wird also deutlich ruppiger - vor allem wenn es um das Thema Sicherheit geht: Im Streit um die Aufklärung eines tödlichen Unfalls mit einem brandneuen Model X, liegt Tesla mit der US-Verkehrsaufsicht heftig im Clinch. In einem ungewöhnlichen Akt hatte die US-Behörde Tesla von der Untersuchung ausgeschlossen, weil das Unternehmen den Fahrer in einem Statement vorab die Schuld an dem Unfall zuwies, obwohl die offizielle Untersuchung noch gar nicht beendet war und Zweifel an der Sicherheit des Autopiloten des Unfallfahrzeugs aufgekommen waren.

mit dpa

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