Sonntag, 24. Juni 2018

Tesla düpiert deutsche Hersteller in den USA Model 3 hängt Top-Autos von BMW und Daimler ab

Model 3, Tesla-Chef Elon Musk

Trotz erheblicher Produktionsprobleme hat Tesla mit seinem Model 3 einen Erfolg mit hohem Symbolwert auf dem US-Markt verkündet. Der Mittelklassewagen hat laut Tesla auf Monatsbasis erstmals die deutsche Konkurrenz in dem Segment abgehängt.

"Das Model 3 ist nun das meistverkaufte Mittelklasse-Premiumfahrzeug in den USA", verkündete Tesla via Twitter. Das Unternehmen veröffentlichte dazu eine Grafik, nach der das Model 3 auf einen Marktanteil von etwa 32 Prozent kommt. Dahinter folgt die Mercedes C-Klasse mit ungefähr 27 Prozent, dann der Audi A4 und der 3er von BMW mit jeweils etwa 17 Prozent.

Die Angaben decken sich mit den offiziellen Absatzzahlen der deutschen Hersteller. Für das Model 3 selbst veröffentlicht Tesla allerdings keine monatlichen Absatzzahlen. Der Grafik zufolge muss der Elektroautobauer im Mai etwa 6500 dieser Fahrzeuge abgesetzt haben, denn die C-Klasse von Mercedes kommt offiziell auf 5419 Wagen.

Der Erfolg vor der Haustür zeigt, dass Musk prinzipiell in der Lage ist, den angekündigten Nahkampf mit den deutschen Luxus-Konkurrenten erfolgreich zu führen. Das ist für BMW Börsen-Chart zeigen, Daimler Börsen-Chart zeigen und Audi Börsen-Chart zeigen durchaus schmerzhaft. Mittelklasse-Limousinen zählen für diese Konzerne immer zu den meistverkauften Fahrzeugen auf dem US-Markt. Parallel zum Aufstieg des Model 3 verzeichnen vor allem BMW und Daimler Absatzrückgänge in diesem Segment.

Und das, obwohl der Start des Model 3 nicht wirklich rund läuft. Produktionsprobleme, Kritik von Testern - und dazu gab es reichlich Medienberichte über Unfälle mit Fahrzeugen des kalifornischen Herstellers. Angesichts der stockenden Auslieferung haben zahlreiche Kunden ihre Bestellung offenbar storniert.

Insofern muss Tesla den Anfangserfolg noch dauerhaft bestätigen. Derzeit arbeitet das Unternehmen die lange Vorbestellungsliste für mehr als 400.000 Autos ab. Langfristig will der Elektroautobauer diese Zahl von Fahrzeugen im Jahr verkaufen.

Besonders stark ist Tesla naturgemäß auf dem Heimatmarkt Kalifornien. Einer Mitteilung des kalifornischen Autohändlerverbandes CNCDA zufolge ist das Model 3 dort schon länger der beliebteste Premium-Mittelklassewagen.

Das Model 3 kam im ersten Quartal trotz Produktionsengpässen auf 3723 verkaufte Exemplare und einen Marktanteil in dem Segment von 14,3 Prozent. Dahinter folgt die C-Klasse mit 3323 Wagen (12,7 Prozent) und der 3er-BMW mit 3260 Autos (12,5 Prozent).

Ein echtes Massenmodell ist der kleinste Tesla damit auch noch lange nicht. Insgesamt wurden in Kalifornien im ersten Quartal 487.741 Autos zugelassen. Auch zusammen mit den anderen Fahrzeugen Model S und Model X kommt Tesla in dem Bundesstaat nur auf einen Marktanteil von 1,5 Prozent.

Damit liegt die Musk-Firma hinter BMW und Mercedes (beide 3,3 Prozent), die jeweils aber viel mehr Modelle anbieten. Die günstige Version des Model 3 für 35.000 Dollar kommt wegen der Produktionsprobleme allerdings erst später zu den Kunden.

Gleichwohl zeigt die Statistik, dass Kalifornien ein starker Markt für Elektroautos ist. Plugin-Hybride und rein batterieelektrische Autos erreichten im ersten Quartal zusammen einen Marktanteil von 5,6 Prozent (jeweils 2,8 Prozent). In Deutschland kommen diese Fahrzeugtypen zusammen lediglich auf etwa 2 Prozent.

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