Dienstag, 16. Oktober 2018

Angeblich fast ein Viertel der Anzahlungen erstattet Tesla zahlt enttäuschten Model-3-Kunden viel Geld zurück

Tesla-Chef Elon Musk hinkt dem Produktionsziel von 5000 Model 3 die Woche noch hinterher. Derzeit lässt der Manager lieber teure Versionen des Elektroautos vom Band laufen und scheint damit viele Tesla-Fans zu verärgern

Als Tesla-Chef Elon Musk vor mehr als zwei Jahren das neue Model 3 enthüllte, elektrisierte er damit die Massen. Hundertausende bestellten das Elektroauto vor, zahlten bereitwillig 1000 Dollar auf das Konto des Milliardärs ein, verschafften ihm damit seinen persönlichen "iPhone-Moment".

Echte Tesla-Fan gelten als hartgesotten und ausdauernd, wenn man Blog-Einträgen Glauben schenken darf. Doch die Geduld bröckelt, die Abbestellungen haben zuletzt offenbar deutlich zugenommen, berichtet das Magazin "Recode".

Das Magazin beruft sich dabei auf Angaben und Analysen von Second Measure - ein Unternehmen, das Transaktionen von Kredit- und Debitkarten in Milliardenhöhe analysiert und anonymisiert auswertet. Auf Basis dieser Auswertung habe Tesla demnach bislang 23 Prozent der von den Kunden getätigten Model-3-Einlagen in den USA erstattet.

Ein Tesla-Sprecher betonte dem Bericht zufolge, dass die Daten nicht mit jenen von Tesla übereinstimmten, wollte aber keine Angaben zu Stornierungen machen. Elon Musk selbst hatte vor dem Hintergrund anhaltender Produktionsprobleme das Thema Abbestellungen auf Nachfragen von Journalisten zuletzt immer wieder kleingeredet.

In der zweiten April-Woche hatte Musk allerdings erklärt, dass viele Kunden ihre bestellten Model-3-Autos sechs bis neun Monate später bekommen würden und versprach fast schon beschwörend: "You'll definitely get your car." Nach diesen Aussagen seien die Stornierungen und damit die Rückerstattungen der 1000-Dollar-Anzahlungen dann auch sprunghaft angestiegen, berichtet Recode unter Berufung auf die Analyse weiter.

In der vorletzten Mai-Woche wiederum räumte der Tesla-Chef ein, dass er mit der günstigeren Version bei aktuellen Produktionsmengen "Geld verlieren und sterben" würde und stellte lieber eine mehr als doppelt so teure Version des Model 3 vor, anstatt die Sorgen wartender Käufer zu zerstreuen.

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