Donnerstag, 13. Dezember 2018

Angeblicher "Saboteur" geht in Offensive Ex-Mitarbeiter fordert Tesla mit Gegenklage heraus

Tesla Model 3: Ein ehemaliger Mitarbeiter von Tesla erneuert in einer Klage seinen Vorwurf, der Elektroautobauer habe in Model-3-Modellen defekte Batterien verbaut

Der ehemalige Tesla-Mitarbeiter Martin Tripp fordert Elon Musk mit einer Gegenklage heraus. In einem Gerichtsdokument wiederholt er detailliert seine Vorwürfe - unter anderem, dass Tesla als Schrott eingestufte Teile sowie defekte Batterien verbaut habe. Die Klage kommt für Elon Musk zum äußerst ungünstigen Zeitpunkt.

Datenklau, Geheimnisverrat, mutwillige Geschäftsschädigung - mit einem Wort: Sabotage. Diesen Vorwurf seines ehemaligen Chefs Elon Musk will Martin Tripp (40) nicht auf sich sitzen lassen und verklagt nun seinerseits den Elektroautohersteller, wie Business Insider oder auch der Guardian berichten.

Der Verfahrenstechniker wirft Tesla Verleumdung vor und fordert von dem Autobauer mindestens eine Million Dollar Schadensersatz. Tripp, der zuvor schon eine Beschwerde bei der Börsenaufsicht SEC eingereicht hatte, argumentiert in der am Dienstag eingereichten Klage erneut, er habe lediglich auf Missstände aufmerksam machen wollen.

In dem 28 Seiten langen Papier des District Courts des US-Bundesstaates von Nevada, das verschiedene US-Medien verlinkt haben, sind die Vorwürfe noch einmal detailliert aufgeführt. Dort erneuert Tripp nicht nur den Vorwurf, dass Tesla entgegen seinem kolportierten Selbstverständnis große Mengen Schrott und Abfall produziere, sondern dass der Autobauer auch Batterieteile, die eigentlich als Abfall deklariert worden waren, kontinuierlich wiederverwendet und verbaut habe.

Dabei hätten einzelne Kollegen sogar noch versucht, die Wiederverwendung der als Schrott deklarierten Teile beim neuen Model 3 zu verhindern, indem sie diese absichtlich weiter beschädigten, heißt es in dem Gerichtsdokument weiter.

Tesla bestreitet diese Vorwürfe entschieden und hatte den Ex-Mitarbeiter zuvor wegen der angeblichen Weitergabe großer Datenmengen und Eingriffen in Software der Firma verklagt. Tripp hingegen erklärte, Tesla habe ihn gefeuert, weil er versucht habe, Investoren und die Öffentlichkeit zu warnen. Musk habe ihn im Zuge einer Medienkampagne mit dem Sabotagevorwurf überzogen, um ihn zum Schweigen zu bringen.

Timing der Gegenklage für Tesla äußerst ungünstig

Die Gegenklage kommt für Tesla zu einem äußerst sensiblen Zeitpunkt. Denn der Autobauer steht unter starkem Druck von Investoren, und muss beweisen, dass es ohne größer Probleme Elektroautos in Serie produzieren und Gewinne erzielen kann. Zudem hat Tesla zuletzt selbst den Verdacht genährt, dass das Geld für die kostspielige Produktion des Model 3 womöglich nicht reichen könnte. Tesla will heute nach US-Börsenschluss seine Zahlen zum dritten Quartal bekannt geben.

Tatsächlich hatte Tesla in der Vergangenheit bei der Batterieproduktion immer wieder mit Problemen zu kämpfen. Ingenieure berichteten laut CNBC, Tesla sei von einer qualitativ hochwertigen Massenproduktion noch weit entfernt. Sie sprachen dem Bericht zugleich von unerfahrenen Kollegen in der Qualitätskontrolle. Mit angeblich gravierenden Folgen: So hätten in Vergangenheit defekte Batterien das Werk verlassen. Tesla hatte diese Aussagen energisch dementiert.

Zugleich untersucht die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB seit geraumer Zeit die Entflammbarkeit von Lithium-Ionen-Akkupacks für Elektroautos - Ausgangspunkt der Untersuchungen waren mehrere Brände mit verunglückten Tesla-Fahrzeugen.

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