Samstag, 19. August 2017

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Warum Musk einen deutschen Maschinenbauer übernimmt Tesla will europäische "Gigafactory 2" mit deutscher Hilfe bauen

Teslas Gigafactory: Hier entsteht die größte Fabrik der Welt
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Tesla

Als allzu eifriger Deutschland-Besucher fiel Tesla-Chef Elon Musk bislang nicht auf. Nun ist Musk überraschend zur Kurzvisite eingeflogen - gemeinsam mit seinem Technik-Chef JB Straubel. Doch statt der Besichtigung schicker Tesla-Stores in München oder Hamburg stand ein Ausflug in die Eifel an: Aus der rheinland-pfälzischen Kleinstadt Prüm meldeten Musk und Straubel nun, dass sie den dort ansässigen Maschinenbauer Grohmann Engineering übernehmen.

Musks Weltverbesserungs-Ambitionen und ein pfälzischer Anlagenbauer, der sich auf hochautomatisierte Produktion spezialisiert: Wie genau soll das zusammenpassen? Das erläuterte Musk in einer Telefonkonferenz, wie die Financial Times (kostenpflichtig) und der Fachblog Electrek übereinstimmend berichten. Grohmann soll Tesla dabei helfen, seine Produktionskapazitäten in Europa aufzubauen. Ende 2017 bringt Tesla sein Model 3 auf den Markt, das mit einem Preis ab 35.000 Dollar auf hohe Stückzahlen kommen soll.

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Dafür muss Tesla Börsen-Chart zeigen sein Produktionstempo deutlich erhöhen. Im vergangenen Jahr stellte Tesla 55.000 Elektroautos in seinem kalifornischen Werk her, in diesem Jahr sollen es bereits zwischen 80.000 und 90.000 Fahrzeuge werden. Im Jahr 2018 will Tesla bereits auf 500.000 produzierte Fahrzeuge kommen.

Tesla muss also seine Produktionsanlagen im Rekordtempo ausbauen. Dabei soll nun deutsche Ingenieurskunst helfen. Vor wenigen Monaten hat Tesla einen hochrangigen Audi-Produktionsexperten abgeworben. Nun schlucken die Kalifornier gleich eine ganze Hundertschaft deutscher Ingenieure.

Weiter im Text geht's nach dem Video: Tesla Model 3 - Dieses Auto soll den Massenmarkt aufmischen

Foto: Tesla

Grohmann Engineering hatte 2015 knapp 800 Mitarbeiter und setzte 115 Millionen Euro um. Das geht aus dem Geschäftsbericht der Deutschen Beteiligungs AG hervor, der seit 1996 ein Viertel an Grohmann gehört. Der pfälzische Maschinenbauer, der künftig Tesla Grohmann Automation heißen soll und weiterhin vom Gründer Klaus Grohmann geführt wird, ist ein Spezialist für hochautomatisierte Fertigung. Grohmann-Produktionsanlagen kommen etwa in der Halbleiterbranche und in der Bio- und Medizintechnik zum Einsatz - und noch in einem weiteren Feld, dass Musk besonders interessieren dürfte.

Welches Know-How Tesla bei Grohmann schätzt

Denn Grohmann Engineering "gilt als Technologieführer bei Produktionsanlagen für die industrielle Fertigung von Batteriezellen und -modulen", wie die Deutsche Beteiligungs AG schreibt. Der Grohmann-Website lassen sich solche Basisinformationen nicht entnehmen - sie ist gerade "under construction".

Grohmann Engineering dürfte also jene Anlagen liefern, auf denen Tesla-Partner Panasonic die Lithium-Ionen-Zellen in Teslas Riesen-Batteriefabrik namens Gigafactory herstellt. Und das Riesen-Werk in der Wüste von Nevada dürfte nicht die einzige bleiben, wie Musk laut dem Tesla-nahen Branchenportal Elektrek in der Telefonkonferenz klarstellte. Seine höchste Priorität sei es nun, die Massenproduktion des Model 3 zu entwickeln. Danach will sich Musk darum kümmern, eine groß dimensionierte Batterie- und Autoproduktion in Europa hochzuziehen.

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