Sonntag, 16. Dezember 2018

Verbraucherrat mit neuer Statistik Norweger beschweren sich über Tesla - zu Recht, sagt Elon Musk

Tesla Supercharger in Norwegen: Nicht nur die Zahl der Autos, auch die Zahl der Beschwerden hat zugenommen
Ståle Frydenlund / elbil.no
Tesla Supercharger in Norwegen: Nicht nur die Zahl der Autos, auch die Zahl der Beschwerden hat zugenommen

8500 Elektroautos verkaufte Tesla im vergangenen Jahr in Norwegen und damit so viel wie in keinem anderen europäischen Land. Tesla profitiert dabei von Steuererleichterungen, die sich im hochpreisigen Segment besonders stark auswirken, und weil gute Alternativen in dem Segment bislang rar sind.

Für ihre teuren Elektrolimousinen verlangen Kunden dann auch einen adäquaten Service. Genau daran aber mangelt es bei Tesla in dem skandinavischen Land. Im ersten Halbjahr dieses Jahres liefen bei dem staatlich organisierten norwegischen Verbraucherrat rund 120 Beschwerden über Tesla auf - Platz vier in der Statistik der Verbraucherbeschwerden, wie Bloomberg berichtet. Im Vorjahreszeitraum rangierte Tesla auf der Beschwerdeliste noch auf Platz 24.

Tesla-Chef Elon Musk hält die Beschwerden für gerechtfertigt und gesteht in einem Tweet ein: "Die Norweger ärgern sich zu Recht." Tesla habe Schwierigkeiten, sein Serviceangebot der steigenden Nachfrage so schnell anzupassen. Das Problem ließe sich vermutlich mit mehr mobilen Service-Vans von Tesla lösen, zeigte sich Musk überzeugt. Man warte noch auf die Genehmigung.

Service-Team in Norwegen nun aufgestockt

Dem Bericht zufolge hatten viele Kunden in Norwegen Probleme, überhaupt einen Service-Ansprechpartner zu erreichen. Andere hätten sich über stark verspätete Lieferungen beschwert, berichtet der norwegische Nachrichtensender NTB.

Ein Tesla-Vertreter in Norwegen erklärte, Tesla habe sein Service-Team in Norwegen um 30 Prozent aufgestockt und wolle es bis zum Jahresende verdoppeln. Das US-Unternehmen baut derzeit gerade ein großes Servicezentrum in Oslo auf und warte auf eine Genehmigung, die Zahl seiner mobilen Servicekapazitäten zu vervierfachen.

Doch in Norwegen, das ab 2025 nur emissionsfreie Autos zulassen will, ist die stark wachsende Zahl der Elektroautofahrer mittlerweile auch Kummer gewohnt. So ist das Parken in vielen Kommunen nicht mehr gratis. Seit März zahlen E-Autofahrer auf den Fähren an den Hauptverkehrsstrecken wieder eine Transportgebühr, von der sie zuvor befreit waren.

Jedes zweite Neufahrzeug in Oslo fährt elektrisch

In Oslo, wo fast jedes zweite neu zugelassene Auto (40 Prozent) ein elektrisches Fahrzeug sind, fällt ab kommendem Jahr die Mautbefreiung weg. Auch können die Ladekapazitäten mit dem Boom nicht mehr mithalten: Immer mehr Norweger klagen, dass sie häufig in einer Warteschlange warten müssen, bis sie ihr Elektroauto aufladen können.

Der norwegische Staat investiert zwar viel in den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Doch darauf will sich Tesla Börsen-Chart zeigen nicht allein verlassen. So will der Konzern in diesem Jahr allein im Großraum Oslo gut 40 Schnellladestationen bauen.

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