Sonntag, 16. Dezember 2018

Elon Musk legt Quartalszahlen vor Tesla schraubt seine Verkaufszahlen in die Höhe

Autos des Typs Model 3 von Tesla: Der Konzern konnte seine Verkaufszahlen im jüngsten Quartal erheblich steigern.

Endlich wieder positive Nachrichten von Tesla: Der Elektroautobauer hatte Berichten zufolge jede Menge Anstrengungen unternommen, um das abgelaufene Quartal zu einem erfolgreichen zu machen und - zumindest für diesen Drei-Monats-Zeitraum - eventuell sogar die Gewinnzone zu erreichten. Die Verkaufszahlen, die Tesla jetzt auf seiner Website veröffentlicht hat, lassen letzteres zumindest möglich erscheinen. Die Tesla-Aktie jedenfalls stieg am Dienstag im vorbörslichen Handel in den USA bereits um 2 Prozent.

Den Angaben des Unternehmens zufolge hat Tesla im dritten Quartal insgesamt 80.142 Autos produziert, eine Steigerung um etwa 50 Prozent gegenüber dem Vorquartal. 53.239 davon waren Fahrzeuge des Typs Model 3, welches derzeit besonders im Fokus des Interesses steht. Beim Model 3 handelt es sich um die neueste, vergleichsweise einfache Ausgabe von Tesla, mit der das Unternehmen den Massenmarkt erschließen und langfristig profitabel werden will.

Tesla hatte in den vergangenen Monaten erhebliche Schwierigkeiten, die Produktion des Model 3 in großen Stückzahlen reibungslos in Gang zu bringen. Im dritten Quartal scheint es nun recht ordentlich gelaufen zu sein. Tesla zufolge entspricht die Produktionszahl der zuvor gesetzten Zielgröße und einer Steigerung um beinahe das Doppelte gegenüber dem Drei-Monats-Zeitraum zuvor. Allein in der letzten September-Woche seien mehr als 5300 Model 3 produziert worden, so das Unternehmen. Das seien allerdings immer noch weniger als die anvisierten 6000 Stück pro Woche, die sich Tesla vorgenommen habe, so die Nachrichtenagentur Reuters.

Zudem hatte Tesla das Problem, dass die Infrastruktur für die Auslieferungen nicht mit der Produktion Schritt halten konnte. Deshalb seien über 8000 bereits gebaute Model-3-Fahrzeuge noch nicht bei ihren Besitzern angekommen, so die Mitteilung.

Daneben produzierte das Unternehmen, dessen umstrittener CEO Elon Musk zuletzt wieder für Schlagzeilen sorgte, im dritten Quartal 26.903 Fahrzeuge der Typen Model S und X, was einer leichten Steigerung gegenüber dem vorausgegangenen Zeitraum entspricht.

Bei den Auslieferungen lag Tesla Börsen-Chart zeigen noch ein wenig höher: Insgesamt übergab der Konzern eigenen Angaben zufolge 83.500 Autos an Kunden, davon 55.840 Model 3, 14.470 Model S und 13.190 Model X.

Offenbar nicht ohne Stolz schreibt die Musk-Firma in ihrer Mitteilung: "Um dies ins Verhältnis zu setzen, allein im dritten Quartal haben wir 80 Prozent der Menge an Autos ausgeliefert, die wir im gesamten Jahr 2017 ausgeliefert haben. Und wir lieferten doppelt so viele Model 3 aus als in allen vorherigen Quartalen zusammen."


Lesen Sie dazu in mm premium: Die dunkle Seite des Elon Musk - Inside-Report aus dem System Musk


Die erfreulichen Nachrichten kann Tesla indes gut gebrauchen: Firmenchef Musk war in den vergangenen Tagen aufgrund eines Tweets, den er Anfang August verschickt hatte, heftig unter Druck geraten. Musk hatte seinerzeit per Twitter publiziert, er wollte Tesla von der Börse nehmen, die Finanzierung eines solchen Deals sei gesichert. Dies hatte sich später als nicht zutreffend erwiesen, woraufhin die US-Börsenaufsicht SEC die Sache unter die Lupe nahm.

In der vergangenen Woche ging die SEC dann mit einer Klage an die Öffentlichkeit: Die Behörde verlangte den Abgang Musks von der Tesla-Spitze. Inzwischen einigten sich beide Parteien darauf, dass Musk zwar den Posten als Chef des Tesla-Verwaltungsrats abgibt,jedoch CEO des Konzerns bleiben wird. Zudem zahlt Musk eine Strafe von 20 Millionen Dollar für das Vergehen.

Wie das "Wall Street Journal" berichtet laufen zudem ungeachtet des Vergleichs zwischen Musk und der SEC weiterhin Ermittlungen der US-Justizbehörden gegen den Tesla-Chef. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass die strafrechtliche Verfolgung des Twitter-Vorfalls nun, nach der Einigung mit der SEC, noch mit großer Energie weiterverfolgt werde, so die Zeitung.

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