Sonntag, 26. Juni 2016

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Liveticker Was taugt Teslas elektrischer Highway?

Start um 9 Uhr in München, Ankunft um 20.50 Uhr am Flughafen Amsterdam: Den Schnellladertest der mm-Redakteure Wilfried Eckl-Dorna und Nils Sorge hat das Tesla Model S bestanden und die Tour binnen eines Tages geschafft. Das hohe Fahrtempo erforderte jedoch häufiges Aufladen an den Superchargern - und der Flieger in Amsterdam wartet nicht ...
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Start um 9 Uhr in München, Ankunft um 20.50 Uhr am Flughafen Amsterdam: Den Schnellladertest der mm-Redakteure Wilfried Eckl-Dorna und Nils Sorge hat das Tesla Model S bestanden und die Tour binnen eines Tages geschafft. Das hohe Fahrtempo erforderte jedoch häufiges Aufladen an den Superchargern - und der Flieger in Amsterdam wartet nicht ...

Die deutschen Autobahnen werden zu Elektro-Highways: Das verspricht US-Autobauer Tesla. Der erste Abschnitt ist jetzt eröffnet. manager magazin online testet das kostenlose Supercharger-Netzwerk live und exklusiv: Die Strecke München-Amsterdam ist binnen eines Tages zu schaffen, wie der Test zeigt.

Lesen Sie hier den Livetest in der chronologischen Reihenfolge nach

20.35 Uhr: Im Vergleich zu unserer Drei-Tage-Fahrt vom April von Garmisch nach Flensburg sind die Supercharger jedenfalls ein riesiger Fortschritt, zumal das Laden kostenlos ist. Damit verabschieden wir uns und danken fürs Mitlesen sowie die zahlreichen Kommentare auf Facebook!

20.30 Uhr: In unserem Fall hat uns aber auch der Reiz des Neuen am Tesla einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wo wir auch waren, wurden wir in Gespräche verwickelt und haben dadurch teilweise etwas Zeit verloren.

20.25 Uhr: Ob die Sache hier ein gutes Ende nimmt, schreiben wir später auf Facebook. Unterm Strich halten wir mal fest, dass Langstreckenreisen mit dem Tesla funktionieren. Etwas mehr Zeit muss man aber mitbringen und die Strecke gut kalkulieren, wenn es auf die Minute ankommt. Es ist uns nicht gelungen, mal einen Supercharger zu überspringen, dafür müsste man wohl doch konsequent 100-120 Stundenkilometer fahren.

20:20 Uhr: Noch 33 Kilometer bis Schipol. Wir sollten laut Navi um 20:45 Uhr da sein. Leider hat der Online-Checkin nicht mehr geklappt. Und nachdem wir 15 Minuten in der KLM-Hotline hingen, war auch da nichts mehr möglich. Es war sicher unser Fehler, dass wir nicht früher eingecheckt haben. Am Auto hat es nicht gelegen. Wir probieren jetzt irgendwie noch in den Flieger zu kommen, sínd aber auf den guten Willen des Bodenpersonals angewiesen.

20.05 Uhr: Wir verhandeln mit KLM am Telefon - denn ein bisschen Zeit brauchen wir noch, um den teuren Tesla Model S ordnungsgemäß abzugeben.

19:52 Uhr: Die Reisestelle haben wir erreicht, aber schaffen wir es zum Flieger?

19:35 Uhr: So, mit 200 Kilometern im Tank auf nach Schipol (110 Kilometer Entfernung). Schade nur, dass wir weder online einchecken können wegen der schwachen Internetverbindung, noch unsere Reisestelle ereichen. Da geht leider niemand ans Telefon...

19:17 Uhr: Neben unserer Säule parkt ein weißes Model S - sozusagen ein Stoff-Bruder. Wir gönnen uns jetzt mal 15 Minuten volle Strom-Power - das sollte reichen. Die Restreichweite liegt derzeit bei 49 Kilometern - nicht genug für das 85 Kilometer entfernte Amsterdam.

18:57 Uhr: Neben Ladeberechnungen hadern wir auch noch mit einem klassischen Problem vieler Geschäftsreisender: Wann genau ist der letzte Zeitpunkt, an dem uns die Flughafen-Angestellten in Schiphol noch ins Flugzeug lassen? Sollen wir gleich jetzt per Internet einchecken - oder lieber erst, wenn wir knapp vor Amsterdam sind? Eins steht fest: Unser letzter Ladestopp darf nicht länger als 15 Minuten dauern. Sonst müssen wir uns doch noch ein Zimmer in Amsterdam suchen.

18:43 Uhr: Mit den Tesla-Superchargern und der mächtigen Batterie des Model S bleibt von der vielzitierten Reichweitenangst bei Elektroautos nur ein kleiner Schauer übrig. Doch genau das verleitet uns beinahe zur Reichweitenangst 2.0: Testen wir die Grenzen des Machbaren aus und versuchen, mit den letzten Elektronen im Tank ans Ziel zu kommen? Am Ende siegt aber doch etwas in uns. Nennen wirs mal Reichweitenvernunft.

18:26 Uhr: Mit der englischen Suchvariante "car charging airport Schiphol" waren wir erfolgreicher. Tatsächlich gibt es mindestens eine Elektroauto-Ladestation auf dem Flughafen. Laut Pressemeldung sollten es seit diesem Quartal sogar mehrere sein. Wir wissen nun zwar, wo die Ladestationen sind - aber nicht, wieviel Ampere sie abgeben oder wie viel wir für das Laden bezahlen müssen.

18:24 Uhr: Gerade haben wir übrigens mal Ladestation Schiphol Airport gegoogelt. Dabei sind wir auf verblüffend präzise Angaben gestoßen - zu USB-Ladestationen, an denen Reisende am Amsterdamer Flughafen ihre leeren Handys mit Strom aufpäppeln können.

18:15 Uhr: Enthaltsam sind auch wir unterwegs - aber nur, was das Vorankommen betrifft. Denn derzeit gondeln wir zwischen Dortmund und Essen im Stop-and-Go-Verkehr durchs Ruhrgebiet. Noch 106 Kilometer bis Zevenaar - wo wir am nächsten Supercharger einen Zwischenhalt einlegen müssen. Denn wir sollen das Auto mit 40 Kilometer Restreichweite zurückgeben - sonst tun sich unsere Abholer mit der Fahrt ins Amsterdamer Stadtzentrum schwer.

18:12 Uhr: Das Gratisstromtanken sorgt bereits jetzt hier und da für Neidgefühle - zum Beispiel bei den Mitarbeitern herkömmlicher Tankstellen. So meinte eine Verkäuferin in einem Tankstellenshop zu uns: "Ich finde es nicht gut, dass die hier kostenlosen Strom bekommen, während wir Strom sparen müssen."

18:07 Uhr: Eines sollte aber den klassischen Autoherstellern zu denken geben. Mit den Superchargern schafft sich Tesla ein Alleinstellungsmerkmal, das andere nicht so leicht kopieren können. Zwar hat Tesla bereits angekündigt, dass auch andere Hersteller die Schnellader für ihre E-Mobile nutzen können. Doch erstmal müssen deren Batterien 135 Kilowatt bei der Ladung verkraften. Derzeit schafft das nur das Model S von Tesla.

17:55 Uhr: Energiefachmann Gutsch meinte uns gegenüber, dass der Bau solcher teuren Ladesäulen sich für Energieversorger oder Netzbetreiber niemals lohnen kann. Denn wer den dort abgegebenen Strom verkaufen will, müsste den Preis mit einem hohen Aufschlag festlegen. Nur so könnte ein Betreiber seine Investition wieder reinholen. Dann allerdings wäre der Strompreis an den Schnelladesäulen so hoch, dass Fahrer von Dieselautos kaum teurer unterwegs wären.

17:45 Uhr: Die tatsächlichen Kosten für die Supercharger in Europa hat Tesla-Chef Elon Musk aber anfänglich unterschätzt. In einemInterview mit manager magazin im Februar sprach er von maximal 30 Millionen Dollar, die er für 100 Schnellladestationen in Europa ausgeben wollte. Später hat er diese Zahl nach oben korrigiert. Und zuletzt hieß es nur mehr, dass Tesla viel Geld in Deutschland investieren wolle.

17:35 Uhr: Das Tanken an den Superchargern ist für Besitzer eines Tesla Model S mit der großen 85 kwh-Batterie übrigens kostenlos - und das für die Lebensdauer des Autos. Dabei ist der Bau der Supercharger kein Schnäppchen. Tesla äußert sich nicht zum genauen Preis, die Kosten einer Station mit mehreren Ladesäulen dürften aber deutlich über 100.000 Euro liegen.

17:20 Uhr: An der Tesla-Zapfsäule hatten wir übrigens Besuch von einem Herrn, der ein noch exotischeres Elektroauto fährt als wir. Er berichtete, dass er mit einem in Indien gebauten E-Mobil herumfährt. Zwar kann er mit seinem Fahrzeug nicht an den Superchargern laden. Aber er fand es gut, dass durch Teslas Infrastruktur Elektroautos mehr Zuspruch findet.

17:12 Uhr: In den 45 Minuten, in denen unser Tesla am Stecker hing, ging die verbleibende Reichweite von 21 auf 405 Kilometer in Höhe. Eins war allerdings klar zu sehen, als wir vom Essen zum Auto zurückkehrten: Der Tesla regelte die Stromzufuhr im Verlauf der Schnellladung deutlich herunter.

17:05 Uhr: So, roter Schlitten und Fahrer sind mit ausreichend Kraftstoff versorgt. Jetzt geht's weiter. 345 Kilometer haben wir noch vor uns, meint das Navigationsgerät. 3 Stunden und 20 Minuten sollte das dauern. Das wird knapp, weil unser Flieger um 21 Uhr geht. Unser geplantes Abschlussfoto vor dem Van-Gogh-Museum müssen wir wohl sausen lassen - und statt dessen lieber zum Airport rasen.

Tanken für die letzte Etappe: Autohof in Wilnsdorf. Bis Amsterdam sind es noch rund 350 Kilometer. Die Zeit bis zum Abflug um 21 Uhr wird knapp ...
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Tanken für die letzte Etappe: Autohof in Wilnsdorf. Bis Amsterdam sind es noch rund 350 Kilometer. Die Zeit bis zum Abflug um 21 Uhr wird knapp ...
16:15 Uhr: Der Tesla ist nun eingstöpselt - nach einem kleinen Fehlversuch. Jetzt schaufelt der Supercharger fast 300 Ampere und 355 Volt in die Batterie, umgerechnet sind das 610 Kilometer pro Ladestunde. Wir machen jetzt mal eine Pause von 40 Minuten. Dem Tesla mag Strom reichen, wir benötigen auch mal ein paar Kalorien. Kurz vor 17 Uhr geht's weiter.

16:09 Uhr: Der nächste Schnellader ist bereits in Sichtweite, unsere Batterie ist allerdings auch ziemlich ausgesaugt. Gerade mal 21 Kilometer könnten wir noch weiterfahren. Da kommt so ein Supercharger jetzt schon ziemlich gelegen. Noch sind es nicht mal eine Handvoll in Deutschland. Batterieforscher Gutsch misst dem Aufbau der Tesla-Schnelllader für den Massenmarkt nur wenig Bedeutung bei - die Infrastruktur kann sich kaum amortisieren, sagt er.

15:51 Uhr: Entwarnung - jetzt ist wieder alles normal, der Bildschirm weiß hinterlegt. Noch 14 Minuten trennen uns von Wilmsdorf - und eine längere Baustelle mit viel Verkehr.

15:50 Uhr: Haben wir es mit dem Gasgeben doch ein wenig übertrieben? Soeben sind die Bildschirme im Model S deutlich dunkler geworden, die Straßenkarte ist nun schwarz hinterlegt. Ist das nun der Sparmodus, weil wir nur noch 35 Kilometer Restreichweite haben, wenn wir so weiterfahren wie zuletzt? Oder ist das der Nachtmodus? Für den ist es noch etwas früh.

15:40 Uhr: Noch 35 Kilometer bis zur nächsten Tesla-Tanke. Derzeit ist die Batterie noch zu einem Viertel voll. In Wilnsdorf werden wir mit Hochgeschwindigkeit Strom ziehen - doch die letzten 20 Prozent der Batterie müssen langsam geladen werden, wie uns Batterieforscher Gutsch verdeutlichte. Wenn die Batterie voll wird, muss der Strom langsam reduziert werden. "Die Batterie darf niemals überlaufen", so Gutsch. Denn das sei sicherheitskritisch, wie er es ausdrückte - und könne zu einem Brand führen.

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