Dienstag, 11. Dezember 2018

Teslas "Gigafactory" Das Wettrennen um das Elektroauto für alle ist eröffnet

Teslas geplante Mega-Fabrik in Nevada: Startschuss für den Durchbruch des Elektroautos für alle?

Tesla will 2017 das erste Elektroauto für den Massenmarkt bauen. Der Wagen soll mit einer Ladung mindestens 300 Kilometer fahren - und erschwinglich sein. Ziehen BMW, Daimler, Volkswagen und Co. nach?

Hamburg - Schon die Eckdaten von Teslas geplanter Gigafactory nehmen sich furchteinflößend aus: Auf einer Fläche 400 Hektar soll in Nevada das größte Fabrikgebäude der Vereinigten Staaten entstehen. Dort werden nach Vorstellung von Unternehmens-Chef Elon Musk bald etwa 6500 Arbeiter Batterien für 500.000 Elektroautos im Jahr produzieren. Bereits 2017 laufen die ersten Akkus von den Bändern, etwa fünf Milliarden Dollar Investitionskosten veranschlagt der rastlose Milliardär.

Mit dem Projekt setzt Musk den Rest der Industrie mal wieder kräftig unter Druck. Die Gigafactory ist der zentrale Baustein für seinen Plan, ein Elektromodell zu bauen, das endlich die Massen elektrisiert.

Während die Manager der etablierten Hersteller Tesla in früheren Jahren belächelten, arbeiten sie dieses Mal bereits an Gegenstrategien - die Autowelt steht vor einem Wettrennen um das erste bezahlbare Elektroauto mit ordentlicher Reichweite.

Erfolg der Oberklasse-Limousine Model S hat viele kalt erwischt

"Die anderen werden nachziehen", sagt Autoexperte Wolfgang Bernhart von der Unternehmensberatung Roland Berger im Interview mit manager magazin. "Tesla wird heute ernster genommen als vor einigen Jahren."

Der Erfolg der Oberklasse-Limousine Model S hat viele in der Branche kalt erwischt. Ein Luxusauto mit einer elektrischen Reichweite von 500 Kilometern, dazu nicht teurer als eine Mercedes S-Klasse - das könne niemals klappen, orakelten viele noch vor zwei, drei Jahren. Inzwischen verkauft sich der Elektrokreuzer in den USA besser als die Oberklasse-Modelle der Konkurrenz. Auch in China ist das Interesse groß.

Investoren glauben an das Unternehmen: Zwar geriet die Tesla-Aktie Börsen-Chart zeigen jüngst wegen eines Analystenberichts kräftig unter Druck - doch insgesamt stieg der Kurs des Papiers in diesem Jahr um fast 80 Prozent.

Die etablierten Hersteller versuchten sich bisher überwiegend im unteren Segment - und wurden zumeinst enttäuscht. Ob Renaults Zoe, Daimlers Smart oder General Motors' etwas größerer Plugin-Hybrid Chevrolet Volt (US-Version des Opel Ampera): Trotz oft guter Kritiken verkaufen sich die Autos schlechter als erwartet. Allein Nissan steht mit dem Leaf etwas besser da.

Seite 1 von 3

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH