Mittwoch, 17. Oktober 2018

Teslas "Gigafactory" Das Wettrennen um das Elektroauto für alle ist eröffnet

Teslas geplante Mega-Fabrik in Nevada: Startschuss für den Durchbruch des Elektroautos für alle?

2. Teil: Batteriepreise haben sich in den letzten vier Jahren halbiert

In den größten Automärkten der Welt - darunter Deutschland und die USA - liegt der Marktanteil von Elektroautos bei 0,5 bis 1 Prozent. In einzelnen Ländern mit großzügigen Förderungen wie Norwegen (15 Prozent) oder den Niederlanden (5 Prozent) liegen die Werte deutlich darüber.

Doch Aufgeben oder Aussitzen ist für die Hersteller keine Option. Schließlich entwickelt sich die Batterietechnik rasant weiter, und die Akkus werden billiger.

"Inzwischen kosten Hochenergiezellen für Elektroautos 170 bis 180 Euro pro Kilowattstunde", sagt Bernhart. "Vor drei, vier Jahren lag der Preis bei den ersten Elektroautos in etwa doppelt so hoch." Zur Einordnung: In einem Leaf ist eine 24-Kilowattstunden-Batterie eingebaut, in einem Tesla hat der Akku eine Kapazität von bis zu 85 Kilowattstunden.

Tesla will den Batteriepreis durch Skaleneffekte mindestens um weitere 30 Prozent drücken. So soll das geplante Massenmodell Model III 325 Kilometer weit kommen und trotzdem nicht mehr als 35.000 Dollar kosten. Das ist etwa der Preis eines Ford Focus Electric, doch der schafft nur 160 Kilometer. Ähnlich weit kommt der BMW i3, der in den USA allerdings mehr als 41.000 Dollar kostet.

Experten räumen der Gigafactory Chancen ein

Experten halten es für durchaus realistisch, dass Tesla mit seiner Batteriefabrik die Kosten für die Akkus kräftig drücken kann. "Die Entwicklungsgeschwindigkeit bei der Leistungsfähigkeit der Batterien und den Preisen ist ungeheuer schnell", meint ein deutscher Branchenkenner.

Noch werden Lithium-Ionen-Akkus für Elektroautos quasi in Handarbeit hergestellt. Derzeit werden die Batterien etwa drei Monate lang gelagert, um sie ausführlich testen zu können. Wenn Tesla etwa die Zeit für die Qualitätskontrollen verkürze und die Fertigung industrialisiere, seien allein dadurch kräftige Kosteneinsparungen möglich.

Höchste Zeit also auch für etablierte Hersteller, den Technik-Sprung für eine Aufholjagd auf Tesla zu nutzen, um nicht Kunden in einem Wachstumssegment zu verlieren. Tatsächlich haben bisher aber erst wenige Hersteller außer Tesla ihre Pläne offiziell gemacht.

Nissan will Ende 2016 mit einer neuen Version des Leaf an den Start gehen. Der Wagen soll eine Reichweite von knapp 300 Kilometern haben und dabei sogar billiger als Teslas Model III sein - den geplanten Preis gibt das britische Autoportal "Autoexpress" mit etwa 28.000 Dollar an.

Der Sprung werde durch eine verbesserte Batterietechnik möglich. Nissan hat wiederholt angedeutet, Kunden könnten zwischen verschiedenen Akkugrößen wählen. Diese kommen allerdings wohl nicht mehr ausschließlich aus der eigenen Batteriefabrik, sondern vom koreanischen Spezialisten LG Chem, ließ Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn unlängst wissen. LG kann die benötigten Akkus offenbar günstiger liefern.

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