Mittwoch, 26. September 2018

Produktionschef Field verlässt Autobauer Tesla gönnt sich eine Produktionspause

In der Tesla-Fabrik (Bild Archiv) stehen die Bänder demnächst mal still. Elon Musk gönnt den Beschäftigten eine Prouduktionspause

Die Tesla-Mitarbeiter haben in den vergangenen Wochen fast rund um die Uhr geschuftet für ihren Boss - und das 5000er-Produktionsziel mit vereinten Kräften erreicht. Tesla-Chef Elon Musk gönnt ihnen jetzt eine Auszeit und legt eine Produktionspause ein. Technik-Chef Doug Field hatte eine längere Auszeit schon vor Wochen angetreten. Er kehrt nicht mehr zurück, wird Tesla verlassen .

Für ihren Chef Elon Musk stand viel auf dem Spiel: Also schufteten sie 12 Stunden am Tag und sechs Tage die Woche. Ohne den enormen Einsatz der Tesla-Belegschaft in Fremont hätte der Elektroautopionier sein Produktionsversprechen von 5000 Model 3 in einer Woche wohl nicht erreicht. Er liebe sein Team, bedankte sich Musk dann auch fast überschwänglich. Nun legt Tesla erst mal eine Pause ein.

Wie bitte? Will Musk die Produktion nicht vielmehr ausweiten?

Eigentlich schon. Aber "echte Autohersteller", zu denen Musk sein Unternehmen seit ein paar Tagen zählt, brauchen auch mal eine Pause. Zumindest am 4. Juli, dem Unabhängigkeitstag der USA, soll ein Großteil der gut 10.000 Arbeiter der Fabrik in Fremont frei bekommen: Ausspannen, Hotdogs essen, Feuerwerk genießen.

Tesla werde wie andere Autobauer auch an diesem Tag die Produktionspause nutzen um grundlegende Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten auszuführen, berichtet Bloomberg unter Berufung auf Insider. Die meisten Mitarbeiter sollen dann am 5. Juli wieder zum Dienst erscheinen. Und nein, die neu gesetzten Produktionsziele würden nicht darunter leiden, heißt es.

Goldman Sachs stuft Tesla-Aktie auf "Verkaufen"

Nach eigenen Aussagen will Tesla bis August jede Woche 6000 Model 3 produzieren. Der Autobauer hat auch einiges am Produktionsablauf verändert, um schneller mehr Fahrzeuge vom Band laufen lassen zu können. Ob das auf Dauer reicht, die Qualität nicht darunter leidet und die Belegschaft weiter so mitzieht, steht auf einem anderen Blatt.

Goldman Sachs bleibt skeptisch: Tesla habe zwar das selbstgesteckte Produktionsziel erreicht, die eigentlichen Auslieferungen aber blieben hinter den Erwartungen zurück. Auch gebe die Nachfrage Anlass zur Sorge, schreibt die Bank und empfiehlt die Aktie zum Verkauf. Diese Banker sind auch echte Spaßbremsen ...


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Bloomberg dagegen hat schon mal nachgerechnet. Sollte Tesla sein neues Ziel erreichen und sich die Geschichte wiederholen, könnten die Fabrikarbeiter aus Fremont schon mal den nächsten freien Tag planen. Die nächste Produktionspause fiele vermutlich auf den 3. September. Dann ist ohnehin Labor Day, also Tag der Arbeit - und in den meisten Betreiben frei. Dem Antreiber Elon Musk sollte das recht sein - wenn denn dann alle am 4. September wieder an Bord sind.

Technikchef Doug Field verlässt Tesla

Auf einen Tesla-Mitarbeiter wird Musk dann allerdings nicht mehr zurückgreifen können. Doug Field, bis vor gut zwei Monaten noch verantwortlich für die Entwicklung und die Produktion bei Tesla, verlässt das Unternehmen, berichtet Bloomberg. Musk hatte Field vor fünf Jahren von Apple geholt und vor gut einem Jahr neben nach der Fahrzeugentwicklung auch die Verantwortung für die Produktion übertragen.

Mitte Mai, also mitten im Model-3-Krimi, nahm sich Field überraschend eine Auszeit, um "Kraft zu tanken und mehr Zeit mit der Familie zu verbringen", wie es hieß. Tesla dementierte seinerzeit, Musk habe Field wegen der Produktionsprobleme entmachtet. Musk allerdings hatte zuvor in einer Reihe von Tweets selbst angekündigt, die Model-3-Produktion zur Chefsache zu machen.

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