Donnerstag, 21. März 2019

Model S und X künftig nicht unter 100.000 Euro Tesla-Chef Elon Musk macht Elektroautos teurer

Günstig gibt's nicht: Elon Musk ist von seinem Ziel, die Menschen mit einem günstigen Elektroauto zu beglücken, noch weit entfernt

Elon Musk nimmt die "günstigeren" Varianten des Model S und Model X aus dem Programm. Künftig wird es diese Elektroautos in Europa nicht mehr unter 100.000 Euro geben. Ob das reicht, die Kunden zum Kauf des Einstiegsmodells Model 3 zu animieren? Auch das Model 3 ist kein Schnäppchen. So wird Musk sein Ziel, den Massenmarkt zu erobern, wohl nicht erreichen.

Die Nachricht verbreitete Elon Musk höchstpersönlich und wie gewohnt via Twitter: Der Elektroautobauer Tesla nimmt seine günstigeren Basisversionen des Model S und Model X aus dem Programm - und zwar schon ab kommenden Montag. Wer noch eine Version mit der 75-Kilowattstunden-Batterie haben möchte, müsse das Auto bis Sonntagabend bestellen, schrieb Musk.

Damit wird es ab Mitte Januar die ohnehin nicht billigen Elektrolimousinen nur noch mit einem 100-Kilowattstunden-Akku geben. Dafür werden Fans des Model S in Europa dann umgerechnet 108.000 Euro auf den Tisch legen müssen anstatt knapp 70.000 Euro. Der Einstiegspreis für das Model X dürfte dann bei 115.000 Euro statt knapp 100.000 Euro liegen.

Der Tesla-Chef begründete die neue Model- und Preisstrategie in dem Tweet nicht. Verschiedene Medien spekulieren allerdings darüber, dass der Elektroautobauer mit dieser Strategie den Absatz seines Hoffnungsträgers Model 3 pushen wolle.

Das allerdings dürfte nur gelingen, wenn der Preisabstand zwischen einer Limousine und dem Model 3 groß genug ist. In Deutschland soll das Model 3 im März auf den Markt kommen: die Einstiegsversion soll mit 56.400 Euro (inklusive Bearbeitungsgebühr) starten und das Performance-Modell mit rund 67.000 (inklusive Bearbeitungsgebühr).

Bislang wurden nur teurere Versionen des Model 3 verkauft

Zwar hatte Tesla zur Vorstellung des Model 3 mal versprochen, quasi ein "Volks"-Elektroauto zum Einstiegspreis von 35.000 Dollar anzubieten. Das allerdings ist bislang nicht passiert, wie Tesla bei der Bekanntgabe seiner guten Geschäftszahlen zum vierten Quartal selbst einräumte. Produziert und verkauft hat der Hersteller bislang lediglich teurere Versionen des Model 3.

Die Strategie, mit hochpreisigen Versionen des Model 3 hohe Umsätze einzufahren und die Gewinnmargen nach oben zu schrauben, ist natürlich verlockend. Doch Tesla Börsen-Chart zeigen läuft damit auch Gefahr, die anfängliche Masseneuphorie zu bremsen und Model-3-Kunden der ersten Stunde, die immer noch auf ihr günstigeres Elektroauto warten, zu enttäuschen.

Tesla hatte in der Vergangenheit indes schon mehrfach schwächere Akkus aus dem Angebot genommen und durch stärkere in seinen Autos ersetzt. So hat Tesla ab 2013 keine Elektroautos mehr mit dem 40-Kilowattstunden-Akku gebaut. 2016 dann fiel auch das Aggregat mit 60 Kilowattstunden aus dem Angebot.

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