Mittwoch, 19. September 2018

Behörde sieht Aufklärung durch Tesla offenbar gefährdet Tesla keilt im Streit um tödlichen Unfall gegen US-Behörde und will Kongress einschalten

Teslsa-Chef Elon Musk bezichtigt die unabhängige US-Bundesbehörde für Verkerhsaufsicht und Verkehrssicherheit, eigene Regeln nicht einzuhalten

Bei der Aufklärung des tödlichen Unfalls mit einem Tesla Model X ist es zu einem Eklat gekommen. Die US-Behörde NTSB hat Tesla von der weiteren Untersuchung ausgeschlossen. Jetzt wirft Musk der Behörde selbst regelwidriges Verhalten vor und will vor den US-Kongress ziehen. Der Streit zeigt vor allem eines: Bei Tesla liegen die Nerven blank.

Der tödliche Unfall eines Apple-Ingenieurs mit seinem brandneuen Tesla Model X hatte Ende März nicht nur seine Familie dramatisch aufgeschreckt - weil der Vater zweier Kinder, wie sich herausstellte, auf gerader Strecke und mit eingeschaltetem Autopilot verunglückte, kamen erneut Zweifel an möglichen Fehlfunktionen des Systems auf, brach die Aktie von Tesla zwischenzeitlich drastisch ein.

Auch sollte der verunglückte Apple-Ingenieur seinem Bruder zuvor von wiederholten Problemen mit dem Autopiloten berichtet haben, über die sich der Ingenieur bei seinem Tesla-Händler beschwert haben soll. Später kursierten im Netz Videoaufnahmen von einem Tesla-Fahrer, dessen Autopilot an der besagten Unfallstelle den gefährlichen Betonpolder ebenfalls nicht registriert haben soll - und es dann genauso zu einem gefährlichen Unfall gekommen wäre, wenn der Fahrer nicht eingegriffen hätte.

Es sind vermutlich diese Aussagen und Aufnahmen, die die zuständige Verkehrsaufsicht National Transportation Safety Board (NTSB) stutzig gemacht haben könnten. Umso mehr dürfte die Bundesbehörde darüber verärgert gewesen sein, dass Tesla nach Auslesen und Interpretation der Fahrzeugdaten ohne Erlaubnis und vor Beendigung der offiziellen Untersuchung dem Fahrer die Schuld an dem tödlichen Unfall zuwies.

Tödlicher Unfall mit Model X im Autopilot-Betrieb auf gerader Strecke: War der Fahrer schuld? Tesla war davon überzeugt und ging mit dieser Einschätzung an die Öffentlichkeit - bevor die offiziellen Untersuchungen überhaupt beendet waren

So etwas führe häufig zu "Spekulationen und falschen Annahmen", maßregelte die Behörde das Unternehmen. Tesla kündigte daraufhin die Kooperationsvereinbarung mit der Behörde und heizte die Lage noch mit der Ankündigung an, im Streit mit der Behörde den US-Kongress einzuschalten. Die NTSB schloss Tesla daraufhin in einem ungewöhnlichen Schritt von der Mitwirkung an der Untersuchung aus.

Das Abkommen sei "inakzeptabel" betonte Tesla laut Nachrichtenagentur Bloomberg, da es für mehr als ein Jahr untersage, Informationen zum Fahrassistenten "Autopilot" zu veröffentlichen, betonte das Unternehmen.

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