Montag, 16. Juli 2018

Interne Zahlen zeigen - es wird eng für Elon Musk Tesla baut das Model 3 jetzt in einem "riesigen Zelt"

Das Model 3 ist begehrt, doch immer mehr Tesla-Fans verlieren die Geduld, stornieren nach langem Warten ihre Bestellung

Elon Musk hat eine weitere Montagelinie für das Model 3 außerhalb der Fabrik in Fremont errichtet - und zwar in einem "riesigen Zelt", wie der Tesla-Chef twittert. Doch auch damit dürfte er das selbst gesteckte Produktionsziel kaum erreichen.

Bei Tesla wird die Not bei der Produktion des neuen Model 3 offenbar immer größer. Das geht aus einem Bericht des Businessinsider hervor, wonach, das Unternehmen die viel zitierte "Produktionshölle" noch längst nicht verlassen hat.

Im Gegenteil: Um das Produktionsziel von anvisierten 5000 Fahrzeugen pro Woche noch zu erreichen, soll Musk eine neue Montagelinie außerhalb des Fremont-Werkes in Kalifornien aufgebaut haben. Der Tesla-Chef bestätigte das bereits auf Twitter. Demnach baut das Unternehmen die Autos inzwischen sogar in "einem riesigen Zelt".

Im laufenden Monat Juni seien auf der neuen Produktionsstrecke aber nicht mehr als 100 Fahrzeuge vom Band gelaufen, so der Businessinsider. Es sei unwahrscheinlich, dass die intern unter dem Kürzel "GA4" laufende neue Montagelinie die von Tesla benötigte Leistung bereitstellen könne, um das 5000-Modell-3-Ziel zu erreichen, berichtet die Newsseite unter Berufung auf einen Mitarbeiter.

Nach internen Dokumenten, die dem Magazin vorliegen und deren Echtheit zwei Tesla-Mitarbeiter bestätigt haben sollen, hat der Autobauer seit Jahresbeginn rund 30.000 Fahrzeuge des Hoffnungsträgers Model 3 produziert. Im laufenden Monat Juni seien es 6000 Stück gewesen. Tesla wollte weder den Bericht noch die darin genannten Zahlen kommentieren.

Musks Firma liegt bereits ein halbes Jahr hinter ihrem ursprünglichen Zeitplan und will die Marke von 5000 Fahrzeugen pro Woche bis Ende Juni erreichen. Vergangenen Freitag gratulierte Musk den Mitarbeitern zwar zu bereits gemachten Fortschritten, forderte aber zugleich "radikale Verbesserungen". Für das abgelaufene erste Quartal hatte das Unternehmen selbst 8180 produzierte Model 3 gemeldet.

Die Probleme mit der Model-3-Produktion sollen laut Businessinsider zwischenzeitlich so groß gewesen sein, dass sich Elon Musk offenbar gezwungen sah, benötigte Teile eigens zusätzlich aus Deutschland einfliegen zu lassen.

Mit dem ausgegebenen Produktionsziel steht und fällt zusehends die Glaubwürdigkeit von Elon Musk - insbesondere bei den Investoren. Zu oft schon hat er sie enttäuscht, kolportierte Ziele einfach wieder kassiert. Gelingt es Musk erneut nicht, den Investoren zu beweisen, dass Tesla Autos in großen Stückzahlen ohne immer neue Probleme bauen und rechtzeitig an den Kunden bringen kann, dürfte sich die hohe Bewertung der Aktie bald in Luft auflösen.

Dagegen dürften sich dann die vielen anderen Probleme noch vergleichsweise klein ausnehmen. So kämpft der Tesla-Chef auch

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