Samstag, 21. April 2018

Elon Musk verlängert Zeitplan für Model 3 Tesla verirrt sich in der "Produktionshölle"

Elon Musk gab sich zur Vorstellung des Model 3 im Juli 2017 noch selbstbewusst

Tesla bekommt die Produktionsprobleme beim Hoffnungsträger Model 3 nicht richtig in Griff. Tesla-Chef Elon Musk muss die Produktionsziele erneut verschieben. Hat Tesla jetzt noch genug Geld?

Elon Musk hat die viel zitierte Produktionshölle offensichtlich noch lange nicht hinter sich. Der Tesla-Chef hat am späten Mittwochabend nach US-Börsenschluss ein weiteres Mal seine Ziele beim wichtigen Model 3 revidieren müssen und bleibt damit vorerst den Beweis schuldig, dass das Unternehmen Elektroautos in großen Stückzahlen ohne größere Probleme in Serie produzieren und rechtzeitig auf den Markt bringen kann.

Doch das ist nicht unerheblich. Denn Tesla verzehrt mit dem Aufbau der Massenproduktion des Model 3 enorm viel Geld: 480.000 Dollar stündlich, wie Analysten unlängst errechnet haben. Weitere Verzögerungen erhöhen zudem das Risiko, dass Kunden von ihren Vorbestellungen abspringen und die Anzahlung zurückfordern.

Wie Tesla in der Nacht mitteilte, wird der Elektroautopionier das versprochene Produktionsziel von 5000 Model 3 in der Woche voraussichtlich erst Anfang Juli und damit ein Quartal später erreichen. Ursprünglich wollte Tesla die Marke bereits Ende vergangenen Jahres erreicht haben, hatte das Ziel dann aber kurzerhand auf Ende März 2018 verschoben.

Elon Musk verliert wichtige Zeit im Wettbewerb

Nun also geht Musk erneut in die Verlängerung. Er verliert damit im Wettlauf mit Wettbewerbern wie Volkswagen oder Nissan wichtige Zeit. So baut Nissan mit dem "Leaf" das weltweit meisterverkaufte Elektroauto bereits in der zweiten Generation. Die neue Version für knapp 32.000 Euro und einer garantierten Reichweite von 380 Kilometern soll in wenigen Wochen auf den Markt kommen. Und in den USA trumpft der Volt von Chevrolet bereits kräftig auf.

Tesla-Fabrik in Fremont, Kalifornien

Auch wenn Tesla nach eigenen Worten in den vergangenen Tagen die Produktion seines Hoffnungsträgers deutlich hochfahren konnte, kamen am Ende des vierten Quartals dabei nicht mehr als 1550 Model 3 heraus. Analysten der Wall Street hatten laut Reuters im Schnitt mit 4100 Einheiten gerechnet, von Bloomberg befragte Analysten hatten durchschnittlich 2900 Einheiten erwartet.

Aktionäre zeigten sich verschnupft, Tesla-Papiere gaben nachbörslich gut 2,7 Prozent nach. Der große Kurseinbruch, den manche Marktteilnehmer für diesen Fall prognostiziert hatten, blieb aber zunächst aus.

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