Mittwoch, 15. August 2018

Palastrevolution bei Tesla fällt aus, aber ... Weltgrößter Fonds stellt sich gegen Elon Musk

 Elon Musk: Nimmt er die Kritik von Aktionären ernst, - ist er bereit, einen Teil Macht abzugeben? Noch ist das nicht der Fall
Mark Brake/Getty Images
Elon Musk: Nimmt er die Kritik von Aktionären ernst, - ist er bereit, einen Teil Macht abzugeben? Noch ist das nicht der Fall

Die Machtfülle des auch unter Anteilseignern nicht unumstrittenen Tesla-Chefs bleibt unangetastet, Elon Musk kann aufatmen. Mehrheitlich lehnte die Hauptversammlung in der Nacht zu Mittwoch im kalifornischen Mountain View Anträge kritischer Aktionäre ab.

Das überrascht nicht wirklich: Denn bei Tesla geht nichts ohne Elon Musk. Wichtige Entscheidungen müssen die Aktionäre mit einer Zweidrittelmehrheit treffen. Da der Tesla-Chef selbst gut 20 Prozent der Anteile hält und sich auf zahlreiche Bewunderer unter seinen Aktionären verlassen kann, hat eine Palastrevolution bei dem in Bedrängnis geratenen Autobauer keine Chance. Doch worauf zielten die Anträge genau ab?

Weltgrößter Fonds stimmt gegen Machtkonzentration von Elon Musk

Ein Privataktionär hatte sich in einem Antrag dafür stark gemacht, dass Elon Musk den Aufsichtsratsvorsitz niederlegt und damit einen Teil seiner Macht abgibt. Der Antrag kam nicht durch. Zu bedenken geben sollte Musk allerdings, dass ein Vertreter des norwegischen Staatsfonds - mit einer Billion Dollar immerhin der weltgrößte Fonds - diesem Antrag zustimmte und sich damit klar für eine Teilung der Macht bei Tesla aussprach. Dabei teilt der Fonds durchaus Musks Vision einer saubereren Umwelt: Aktien von Firmen, die weiter auf fossile Energien setzen, hat der Fonds abgestoßen. Laut Bloomberg hält der Fonds 0,48 Prozent der Anteile von Tesla.

Darf weiter seinen hochfliegenden Plänen nachgehen: Elon Musk
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Darf weiter seinen hochfliegenden Plänen nachgehen: Elon Musk

Zugleich hatte die CtW Investment Group, die Pensionsfonds berät, die Versammlung aufgefordert, sich gegen die Wiederwahl von drei Aufsichtsräten zu stellen: Antonio Gracias (Private Equity-Investor), Kimbal Musk (Elon Musks Bruder) James Murdoch (Chef der Twenty-First Century Fox). Die drei Mitglieder stünden Elon Musk zu nahe und könnten daher ihre überwachende Funktion nicht adäquat ausüben. Nach einem Bericht der "NZZ" hatten zwei Stimmrechtsberater diesen Vorschlag unterstützt.

Trotz der zu erwartenden Ablehnung der Anträge zeigte sich Elon Musk über die Abstimmung erleichtert und ein wenig kleinlauter als in der Vergangenheit. Gegenüber den Investoren räumte der Tesla-Chef Probleme ein: "Wir haben viele Fehler bei der Model-3-Produktion gemacht." Dennoch halte er es für wahrscheinlich, dass Tesla bis Juni sein bereits mehrfach verschobenes Ziel erreicht, pro Woche 5000 Stück des Model 3 zu fertigen. Das Ziel wollte Tesla eigentlich schon Ende 2017 erreicht haben. Laut Musk verließen aktuell in der Woche rund 3500 Model 3 die Fabrik.

Musk, den viele Anhänger verehren und den Kritiker mitunter als Hochstapler bezeichnen, hatte in den vergangenen Monaten mit schlechten Nachrichten aber auch mit sich selbst zu kämpfen. Unfälle mit dem Fahrassistenzprogramm "Autopilot" sorgten ebenso für Negativschlagzeilen wie verbale Entgleisungen des Konzernchefs und seine mitunter den Tag gelegte Arroganz gegenüber kritisch nachfragenden Analysten und Journalisten.

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