Dienstag, 16. Oktober 2018

Auch deutscher Unternehmer verbrannte nach Unfall Erhöhen Akkus in Tesla-Autos die Brandgefahr?

Tödlicher Unfall mit einem Tesla in Kalifornien Ende März. Auch das Model X fing nach dem Unfall schnell Feuer, nachdem der Wagen im laufenden Verkehr auf gerader Strecke auf einen Betonpfeiler aufgefahren war

Wie sicher sind die Batterien eines Elektroautos, wirken sie nach einem Crash womöglich als Brandbeschleuniger? Tesla betont, Brände in E-Autos seien weniger wahrscheinlich als in Autos mit Verbrennungsmotor. Zuletzt verbrannten nach Unfällen mehrere Menschen in ihrem Tesla.

Bei Unfällen mit Elektroautos von Tesla waren in der Vergangenheit immer wieder Spekulationen über mögliche Fehlfunktionen des sogenannten "Autopiloten" aufgebrochen und hatten zuletzt sogar zu erheblichen Verwerfungen zwischen Tesla und der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB geführt. Nach jüngsten tödlichen Unfällen in den USA und zuletzt in der Schweiz widmen Ermittler ihr Augenmerk verstärkt den Akkus der verunglückten Tesla-Fahrzeuge.

So waren zwei Studenten bei einem Unfall am 8. Mai in Florida ums Leben gekommen, nachdem ihr Model S laut NTSB mit überhöhter Geschwindigkeit gegen eine Wand fuhr. Das Elektroauto fing sofort Feuer, die jungen Männer verbrannten in dem Auto. Ein dritter Student (18) hatte Glück, war durch den Aufprall aus dem Wagen geschleudert worden, berichtete "USA Today".

Obwohl die Unfallursache in den Augen zweifelsfrei die überhöhte Geschwindigkeit gewesen sei, habe sich die Behörde entschlossen, wegen des plötzlich ausbrechenden Feuers Ermittlungen einzuleiten. Es sei nicht auszuschließen, dass die Batterien den Brand ausgelöst oder beschleunigt haben könnten.

Laut USA Today erklärte ein NTSB-Sprecher, man habe viel Erfahrung in der Erforschung von Lithium-Ionen-Batteriebränden in der kommerziellen Luftfahrt gesammelt und auch bereits den Brand gleichartiger Batterien in Elektroautos untersucht, etwa einem Chevrolet Volt. Die NTSB arbeite hier eng mit der National Highway Traffic Safety Administration zusammen.

Deutscher Unternehmer in seinem Tesla verbrannt

Der Unfalltod eines Deutschen in der Schweiz beschäftigt ebenfalls die Ermittler. Der 48-jährige Unternehmer aus Baden-Württemberg hatte am vergangenen Donnerstag offenbar die Kontrolle über seinen Wagen verloren und war gegen eine Mittelleitplanke geprallt. Der Wagen überschlug sich und fing Feuer. Eine mögliche Ursache für das Feuer könnte die Überhitzung der Batterie gewesen sein, berichteten Feuerwehrleute zunächst laut Schweizer Nachrichtenagentur SDA.

In einem mittlerweile wieder gelöschten Facebook-Eintrag der Feuerwehr Bellinzona hieß es, dass bei dem Lithium-Ionen-Akku des Elektroautos ein sogenanntes "thermisches Durchgehen" - also eine chemische Reaktion - stattgefunden haben könnte, bei der das Lithium entflammt sei.

Bei solchen Bränden entstehen enorme Temperaturen von bis zu 1000 Grad. Bilder des Unfallwagens auf der Autobahn 2 bei Bellinzona zeigen, dass selbst die zu Großteilen aus Aluminium bestehende Karosserie geschmolzen ist.

Warum die Feuerwehr ihre ursprüngliche Facebook-Mitteilung löschte, blieb unklar. Ein Sprecher der Tessiner Kantonspolizei sagte gegenüber SDA, dass die Ursache des verheerenden Feuers noch nicht abschließend geklärt sei. Die Ermittlungen dauerten an.

Tesla erklärte, man müsse das Ergebnis des Untersuchungsberichts abwarten. Der Autobauer selbst betont immer wieder, dass Elektroautos des Unternehmens - gemessen an der Kilometerleistung - sicherer sind. Auch sei ein Feuer in Elektrofahrautos von Tesla deutlich weniger wahrscheinlich als bei Autos mit Verbrennungsmotoren.

Gelöschte Batterie entzündete sich noch 6 Tage später erneut

Für Aufsehen sorgte zuletzt auch ein Unfall eines Elektroautos im kalifornischen Silicon Valley. Nach einem Unfall geriet das Elektroauto sofort in Brand, der Brand wurde gelöscht. Die Batterien aber hätten danach noch drei Mal erneut Feuer gefangen, zuletzt sogar sechs Tage später, heißt es.

Die Akkus heutiger Elektroautos bestehen aus vielen Lithium-Ionen-Zellen, die zu großen Batterie-Packs gebündelt werden. Die Gefahr ist, dass sich ein Feuer schnell ausbreitet, wenn auch nur wenige Zellen in Brand geraten, sagen einzelne Experten. Lithium-Ionen-Akkus gelten grundsätzlich als empfindlich: So gab es bereits Probleme mit Batterien von Smartphones, Notebooks sowie in der Boeing 787.

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