Samstag, 25. Juni 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Aktie stürzt Tesla fährt bis 2020 ohne Gewinn - Probleme in China

Model X: Der Geländewagen soll nach vielen Verzögerungen diesen Sommer auf den Markt kommen

Tesla will noch fünf Jahre ohne Gewinn fahren. "Wir könnten jetzt Geld verdienen, wenn wir nicht investieren würden", sagte Konzernchef Elon Musk. Der US-Elektroautopionier hat mit massiven Absatzproblemen unter anderem in China zu kämpfen - die Aktie stürzt.

Detroit - US-Elektroautopionier Tesla Börsen-Chart zeigen wird voraussichtlich bis 2020 keine Gewinne schreiben. "Wir könnten jetzt Geld verdienen, wenn wir nicht investieren würden", sagte Konzernchef Elon Musk bei einem Branchentreffen in Detroit. Das kam bei Anlegern nicht gut an - die Tesla-Aktie fiel nachbörslich um etwa sieben Prozent.

Das Unternehmen baut derzeit seine Modellpalette und sein Händlernetz aus. So soll der Geländewagen Model X nach vielen Verzögerungen diesen Sommer auf den Markt kommen. Das günstigere Model 3 soll 2017 eingeführt werden. Tesla will so den Absatz bis 2020 auf 500.000 Fahrzeuge pro Jahr steigern. Bis 2025 sollen dann "mindestens einige Millionen pro Jahr" vom Band laufen, so Musk - nach weniger als 40.000 im vergangenen Jahr. Die vollmundig angekündigten Absatzziele für Deutschland verfehlte Tesla bislang krachend.

Die niedrigen Benzinpreise setzen Elektroautobauern ebenfalls zu. "Angesichts des billigen Sprits wird es sehr schwer werden, Stromer zu verkaufen", sagte die US-Analystin Michelle Krebs von der Handelsplattform AutoTrader. Weil sich der Ölpreis seit dem Sommer mehr als halbiert hat, sind auch die Benzinpreise im Keller. Für Tesla kein Problem: "Nur weil Sprit etwas günstiger ist, wird er nicht nachhaltiger - wir blicken nur auf die langfristigen Perspektiven", sagte Vertriebschef Jerome Guillen.

Laut Nissan Börsen-Chart zeigen-Chef Carlos Ghosn ist der Trend zum Stromer ohnehin nicht mehr aufzuhalten: "Die Elektroauto-Industrie ist mit der Entwicklung zum Smartphone zu vergleichen", sagte der Manager auf der Automesse in Detroit.

General Motors Börsen-Chart zeigen stellte dort mit dem Chevrolet Bolt ein E-Auto für den Massenmarkt mit einer Reichweite von mehr als 300 Kilometern vor. Das Modell könnte ab 2017 zum Preis von etwa 30.000 US-Dollar auf ähnliche Kunden zielen wie Tesla. GM-Chefin Mary Barra sprach von einem "Elektroauto für jedermann". Tesla bedient bislang nur das Luxussegment, will aber mit dem günstigeren Model 3 etwa zum gleichen Zeitpunkt wie GM an den Start gehen.

Tesla-Manager Guillen wollte in der GM-Offensive dennoch "keine Bedrohung" erkennen. Schließlich habe Tesla das Ziel, so viele E-Autos wie möglich auf die Straße zu bringen. Da helfe jedes Modell. Auch die etablierten Autobauer sprechen über den Elektropionier nicht als Konkurrenten. "Tesla ist kein Wettbewerber - sie helfen uns", sagte Ghosn. Nissan hat weltweit den größten Marktanteil bei E-Autos.

"Alle Wege führen zur E-Mobilität", sagte auch Marktexperte Dennis DesRosiers vom US-Analysehaus Desrosiers Automotive Consultants. "Ich glaube aber nicht, dass Tesla diese Führungsrolle in Zukunft übernehmen kann." Je weiter die großen Hersteller vordrängten, desto schwerer werde es, die Nische zu verteidigen.

Die Zukunft für Tesla sieht DesRosiers nicht in Nordamerika, sondern in China. Dort könne die Regierung die Menschen zu E-Autos zwingen, um das Problem der Luftverschmutzung in den Griff zu bekommen. Doch ausgerechnet in China gab es zuletzt Schwierigkeiten. Im vierten Quartal sei der Absatz im Reich der Mitte "unerwartet schwach" gewesen, sagte Musk. Die chinesischen Verbraucher befürchteten, sie könnten Schwierigkeiten beim Aufladen ihrer Elektroautos haben. "Wir werden das China-Problem beheben und uns wahrscheinlich Mitte des Jahres in ganz guter Verfassung befinden", sagte Musk.

ts/rtr/dpa-afx

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH