Mittwoch, 19. September 2018

Elon Musk stoppt Privatisierungs-Gespinst Viel Lärm um nichts: Warum Tesla an der Börse bleibt

Hin, her, hin: Tesla-Chef Elon Musk.

Tesla-Chef Elon Musk hat seine Pläne für einen Börsenrückzug seiner Firma ad acta gelegt. Er habe den Vorständen mitgeteilt, "der bessere Weg für Tesla ist, an der Börse zu bleiben", schrieb Musk in einer am Freitag (Ortszeit) auf der Twitterseite des Unternehmens veröffentlichten Mitteilung. Die Vorstände hätten angedeutet, dass sie dem zustimmten.

Musk hatte am 7. August in einem Tweet überraschend verkündet, Tesla zum Aktienkurs von 420 US-Dollar zu privatisieren. Das hatte großen Wirbel ausgelöst und die US-Börsenaufsicht SEC auf den Plan gerufen. Als rechtlich brisant galt vor allem Musks Behauptung, die Finanzierung für einen solchen Deal sei gesichert. Wenig später hatte Musk der "New York Times" berichtet, persönlich ob des Dauerstresses als Multi-Unternehmer erschöpft zu sein.

Musk schrieb nun, nach Gesprächen mit Investoren sei offenkundig, dass die meisten Altgesellschafter glaubten, Tesla sei besser dran als Aktiengesellschaft. Er habe

gewusst, dass eine Privatisierung herausfordernd geworden wäre, aber es sei klar, dass es sogar noch zeitaufwendiger und anstrengender geworden wäre, als ursprünglich angenommen. Das sei ein Problem, weil man absolut fokussiert bleiben müsse auf das Model 3 und darauf, profitabel zu werden.

Die US-Börsenaufsicht SEC hatte Mitte August konkrete Schritte zur Untersuchung des geplanten Börsenrückzugs eingeleitet. Wie der TV-Sender Fox Business News berichtete, ließ die SEC sämtliche neun Vorstandsmitglieder von Tesla gerichtlich vorladen. In den Untersuchungen der SEC sollte es auch darum gehen, ob Musk mit seinen Tweets vor allem den Aktienkurs von Tesla in die Höhe treiben wollte. Der zwischenzeitige Kursanstieg hatte den Anlegern, die auf einen Niedergang von Tesla und damit auf einen sinkenden Kurs wetten, Verluste in Milliardenhöhe beschert.

dpa, soc

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