Dienstag, 17. Juli 2018

Gigafactory in Deutschland Tesla folgt Konkurrent CATL - und schaut auf Deutschland

Eine Gigafactory für Europa: Diese Standorte buhlen um Tesla
Fotos
Tesla

Tesla-Chef Elon Musk hat Deutschland als möglichen Standort für eine Batteriefabrik in Europa ins Spiel gebracht. Deutschland sei ein Favorit, erklärte Musk per Twitter bereits am Dienstag. "Vielleicht ist es sinnvoll an der deutsch-französischen Grenze in der Nähe der Benelux-Länder", antwortete er auf die Frage eines Followers, ob es nicht taktisch klug wäre, eine europäische Batteriefabrik in Deutschland anzusiedeln.

Musk hatte Anfang Juni auf der Hauptversammlung des Elektroautoproduzenten erklärt, bis Ende des Jahres über einen Batteriefabrik-Standort in Europa zu entscheiden. Zudem hatte er angekündigt, eine Batterieproduktion für den chinesischen Markt in Shanghai zu planen.

Insgesamt hält Musk weltweit zehn bis zwölf Fabriken nach dem Vorbild der ersten Tesla-Gigafactory im US-Bundesstaat Nevada für erforderlich.

Auch CATL, einer der führenden chinesischen Batteriehersteller, zieht einen deutschen Standort zur Produktion der Elektroaggregate in Betracht. Die Landesregierung Thüringen setzt sich einem Sprecher zufolge dafür ein, dass die Chinesen Erfurt auswählen. Eine Entscheidung wird für Anfang Juli erwartet.

Der chinesische Batteriehersteller Contemporary Amperex Technology (CATL) wurde erst vor sieben Jahren gegründet und hat gerade den Tesla-Partner Panasonic von der Weltspitze als größter Hersteller von Elektroauto-Batterien verdrängt.

Zudem hat CATL nach seinem fulminanten Börsengang eine volle Kriegskasse und das Zeug, im Autosektor selbst das Silicon Valley mit innovativen Start-ups Zug um Zug zu überholen. Aktuell plant CATL den Bau eines Produktionsstandortes in Europa, als Favorit gilt Erfurt - und das nur wenige Wochen, nachdem Bosch sich gegen den Bau einer eigenen Fertigung entschieden hat.

Mit der steigenden Produktion von Elektroautos in Europa steigt der Bedarf an Batteriezellen und Batterien in den kommenden Jahren rapide. Die Autobauer selbst wollen bisher keine Zellen herstellen, obwohl die Bundesregierung und die IG Metall davor warnen, sich hier von ausländischen Herstellern abhängig zu machen.

la/reuters

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH