Samstag, 18. November 2017

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Vernichtendes Gutachten aus Verkehrsministerium Teslas Autopilot eine "erhebliche Verkehrsgefährdung"

Autos, die selbst fahren: Wie weit die Hersteller beim autonomen Fahren sind
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FCA

Experten des Bundesverkehrsministers haben dem Autopiloten von Tesla ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt - von ihm ginge eine "erhebliche Verkehrsgefährung" aus. Sie empfehlen ihrem Minister, das Fahrzeug aus dem Verkehr zu ziehen. Doch der hat offenbar anderes vor.

3000 Tesla-Limousinen des Model S fahren bislang auf Deutschlands Straßen. Viel zu wenig, werden Afficionados der hierzulande noch schwach ausgeprägten E-Mobilität sagen. Fachbeamte des Bundesverkehrsministers hingegen würden dem Model S am liebsten die Zulassung entziehen.

Denn die Beamten der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), der höchsten technischen Instanz des Ministeriums, haben einem Bericht des "Spiegel" zufolge das Model S viele Tausend Kilometer getestet. Sie testieren dem Fahrzeug in einem Gutachten eine "erhebliche Verkehrsgefährdung", die insbesondere von seinem umstrittenen Autopiloten ausgehe.

Bislang sind zwei tödliche Unfälle mit Tesla-Autos unter "Autopilot"-Betrieb im Ausland bekannt. Der erste bekannte Unfall eines Model S im "Autopilot"-Modus auf einer deutschen Autobahn liegt erst kurze Zeit zurück. Vor diesem Hintergrund birgt das Gutachten erhebliche Brisanz. Die Experten legen Minister Alexander Dobrindt nämlich nahe, das Model S aus dem Verkehr zu ziehen. Auch wenn die Zulassung des Model S für Europa in den Niederlanden erfolgt, Dobrindt könnte die Stilllegung des Fahrzeugtyps auf nationaler Ebene anordnen, wenn er den Straßenverkehr gefährdet.

Künftig deutsche Steuergelder für Tesla-Chef Elon Musk?

Doch der bislang in wichtigen verkehrspolitischen Projekten glücklos agierende Minister hat offenbar andere Pläne. Er werde das Model S nicht stilllegen, gebe lieber weitere Gutachten in Auftrag und wolle so vor allem Zeit gewinnen. Zeit für die seine womöglich letzte Profilierungschance - dann eben bei der digitalen Revolution auf vier Rädern, heißt es in dem Bericht.

So erwäge Dobrindt entgegen der Empfehlung seiner Fachbeamten sogar, der US-Firma von Elon Musk aus deutschen Steuergeldern finanzierte Forschungsgelder zu überweisen, um in deutschen Großstädten sogenannte Fahrassistenz-Systeme zu testen.

"Irreführung" mit "Autopilot" - Kalifornien will Werbung damit verbieten

Dieser Plan dürfte nicht zuletzt mit Tesla konkurrierende deutsche Autobauer befremden. Sie arbeiten mit Hochdruck daran, nicht nur ihr Elektroauto-Angebot massiv auszubauen, sondern investieren bereits viel Geld, um diese Assistenz-Systeme zu entwickeln und sicherer zu machen. Im Gegensatz zu Tesla nennen sie sie aber nicht "Autopilot".

Tesla verweist stets darauf, der Fahrer habe das "Autopilot"-System und die Verkehrslage laufend zu überwachen und dürfe die Hände nicht vom Steuer nehmen. Das kommuniziere man auch.

Gleichwohl kritisieren die Beamten bereits den Begriff "Autopilot". Die Fahrer würden so "irregeführt" und dazu verleitet, "sich von der Fahraufgabe abwenden zu können", zitiert das Magazin aus dem Gutachten. Auch wer die Gebrauchsanweisung lese, sei für den "Einsatz des Autopiloten nicht ausreichend vorbereitet".

Man könnte diesen Hinweis als Nebenschauplatz der Diskussion abtun oder als typisch deutschen Amtsschimmel ins Lächerliche ziehen wollen - und läge damit doch falsch:

Denn selbst im US-Bundesstaat Kalifornien, sozusagen der Tesla-Wiege, will das maßgebliche California Department Of Motor Vehicles dem Autobauer nun per Verordnung untersagen, mit den Begriffen "Auto-Pilot", "selbstfahrend" oder "automatisiert" für seine Fahrzeuge zu werben, solange sie nicht in der Lage sind, ohne notwendige menschliche Unterstützung selbständig und gefahrlos zu fahren.

Doch was kritisieren die Experten der Bundesanstalt für Straßenwesen nun im Detail am "Autopiloten"? Soll es doch laut "Spiegel" in unterschiedlichen Fahrsituationen "mitunter zu dramatischen Szenen" gekommen sein. Im Folgenden ein Überblick:

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