Samstag, 16. Dezember 2017

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KSS kauft Airbag-Hersteller Takata 3000 Takata-Mitarbeiter in Deutschland atmen auf

Geste der Entschuldigung: Takata-Manager verbeugen sich am 26. Juni 2017 während einer Pressekonferenz, in deren Verlauf das Unternehmen seine Insolvenz bekannt gibt

Der Milliardendeal ist unter Dach und Fach: Der chinesisch-amerikanische Autozulieferer KSS kauft den insolventen japanischen Airbag-Hersteller Takata. Für die mehr als 3000 Takata-Mitarbeiter in Deutschland bedeutet dies jetzt mehr Sicherheit. Sie könnten zu unveränderten Konditionen im neuen Konzern arbeiten, heißt es.

Der insolvente japanische Airbag-Hersteller Takata wird für 1,35 Milliarden Euro von dem chinesisch-amerikanischen Autozulieferer KSS übernommen. Der Kaufvertrag wurde am Dienstag unterzeichnet, wie die Unternehmen in Tokio und Detroit mitteilten. Die mehr als 3000 Takata-Mitarbeiter in Deutschland könnten zu unveränderten Konditionen im neuen Konzern arbeiten, sagte ein Firmensprecher. Sie hätten jetzt mehr Sicherheit.

Nach dem Rückruf von mehr als 100 Millionen Airbags hatte Takata im Juni in Japan und den USA Insolvenz angemeldet - nicht aber die Tochterfirma in Europa. Die Geschäftsentwicklung von Takata Europa liege gut im Plan, die finanzielle Basis sei solide, sagte der Sprecher. Takatas Europa-Zentrale mit Forschungs- und Entwicklungsabteilung sitzt in Aschaffenburg. Das Unternehmen produziert dort und in Bad Kissingen mit 2000 Mitarbeitern Airbags und Kinderrückhaltesysteme. Weitere 1250 Beschäftigte arbeiten in Ulm, Berlin und Sachsen.

Wenn die Insolvenzgerichte zustimmen, übernimmt KSS Takata ganz, mit Ausnahme der Produktionsanlagen für jene Gasgeneratoren, die Airbags bei langer feuchter Hitze fälschlich auslösten. Takata will mit dem Verkaufserlös seine Milliardenstrafe in den USA bezahlen, den Umbau finanzieren und Schulden tilgen.

rei/dpa

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