Mittwoch, 25. Mai 2016

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Nachschubprobleme bei Airbags Autoindustrie will Airbag-Lieferanten Takata stützen

Millionenfacher Rückruf: Die Autoindustrie hat ein Problem, weil der dominierende Airbag-Hersteller Takata wegen seiner in Verruf gekommenen Airbags nun die neuen Schutzkissen gar nicht so schnell herstellen kann wie nötig
Getty Images
Millionenfacher Rückruf: Die Autoindustrie hat ein Problem, weil der dominierende Airbag-Hersteller Takata wegen seiner in Verruf gekommenen Airbags nun die neuen Schutzkissen gar nicht so schnell herstellen kann wie nötig

Der Autoindustrie drohen nach Millionen Rückrufen wegen möglicherweise defekter Airbags massive Nachschubprobleme. Der japanische Lieferant Takata sei kaum in der Lage, kurzfristig genügend neue Airbags zu liefern, berichtet das manager magazin in seiner neuesten Ausgabe (Erscheinungstermin: 19. Februar). Die Autohersteller suchten deshalb gemeinsam nach einer Lösung. Gut ein Dutzend Hersteller traf sich deshalb bereits zu einem Krisengespräch. Bei Unfällen waren wiederholt Autoinsassen wegen defekter Takata-Airbags gestorben.

Die Manager hätten diskutiert, gemeinsam einen Käufer für den angeschlagenen japanischen Zulieferer zu suchen, berichtet das manager magazin. Eine andere Option sei es, Takata finanziell zu stützen. Es sei nicht möglich, einigermaßen schnell einen Ersatzlieferanten zu finden, falls Takata nicht schnell genug liefern könne.

Die deutschen Autohersteller diskutierten deshalb bereits mit Takata über eine separate Lösung für das Werk des Zulieferers im sächsischen Freiberg, berichtet das manager magazin. Die Airbags aus diesem Werk sind bislang von den Defekten nicht betroffen. Es gelte nun, die Produktion dort auch bei möglichen Finanzproblemen zu sichern.

Verschiedene Autohersteller hatten in den vergangenen Wochen Kunden in den USA zum Austausch von Takata-Airbags in die Werkstätten gerufen. Allein bei Daimler, Audi und VW sind etwa 1,7 Millionen Autos von dem Rückruf betroffen. Daimler hatte für diesen Rückruf 340 Millionen Euro zurückgestellt.

Takata habe fast die gesamte Industrie beliefert, heißt es in der Branche. Die Hersteller befürchten jetzt eine Art Domino-Effekt. Schlösse sich der Rest der Welt dem von den amerikanischen Behörden verordneten Rückruf an, wären mehr als 30 Millionen Autos betroffen. Die US-Sicherheitsbehörde NHTSA soll bereits angedeutet haben, sie müsse eventuell sämtliche betroffenen Autos zum Umrüsten stilllegen.

Mehr Wirtschaft aus erster Hand? Der obige Text ist nur ein minimaler Ausschnitt aus der März-Ausgabe des manager magazins. Das neue Heft (und die nächste Ausgabe) können Sie hier im Vorteilsangebot bestellen.
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