Samstag, 24. Juni 2017

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Airbag-Hersteller Luft endgültig raus - Takata offenbar kurz vor Insolvenz

Defekte Airbags von Takata: Allein in den USA wurden 70 Millionen von ihnen zurückgerufen. 17 Todesfälle weltweit sollen damit nach Unfällen in Verbindung stehen
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Defekte Airbags von Takata: Allein in den USA wurden 70 Millionen von ihnen zurückgerufen. 17 Todesfälle weltweit sollen damit nach Unfällen in Verbindung stehen

Dem angeschlagenen japanischen Automobilzulieferer Takata droht nach mehreren Medienberichten wegen seines Rückrufdesasters die Insolvenz. Nachdem das Unternehmen infolge seiner fehlerhaften Airbags immer tiefer ins Minus gerutscht war, wolle es in seinem Heimatland nun Gläubigerschutz beantragen, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag. Schon in der kommenden Woche könne es soweit sein. Der Handel in Tokio mit Takata-Aktien wurde unterbrochen.

Auch die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei", das "Wall Street Journal" und die Agentur Kyodo berichteten am Freitag unter Berufung auf informierte Quellen, Takata könne möglicherweise schon bald vor Gericht Insolvenz beantragen. Der Konzern war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Angesichts gewaltiger Verbindlichkeiten in Höhe von mehr als einer Billion Yen (rund 8,1 Milliarden Euro) wäre dies die größte Insolvenz eines Produktionsunternehmens in der japanischen Nachkriegsgeschichte.

Nach Konkursantrag wäre Verkauf wahrscheinlich

Der Konkursantrag würde indes den möglichen Verkauf des 84 Jahre alten Unternehmens an den Airbag-Hersteller Key Saftey Systems einen Schritt näher rücken lassen, schreibt Bloomberg. Der US-Hersteller gehört der chinesischen Ningbo Joyson Electronic Corp.

Defekte Airbags von Takata machen der Automobilindustrie schon seit Jahren zu schaffen. Bei langer Einwirkung von Hitze und Luftfeuchtigkeit kann der Airbag bei einem Unfall zu stark auslösen.

Die Mängel haben allein in den USA zum Rückruf von fast 70 Millionen Airbags geführt und werden für den Tod von mindestens 17 Menschen verantwortlich gemacht. Wegen der hohen Rückrufkosten schreibt Takata seit nunmehr drei Geschäftsjahren in Folge tiefrote Zahlen.

rei mit dpa

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