Mittwoch, 19. September 2018

US-Telekomaufsicht unterbricht Prüfung Geplante Fusion von T-Mobile-US und Sprint verzögert sich

T-Mobile_US-CEO John Legere

Die milliardenschwere geplante Übernahme des Rivalen Sprint könnte sich für die US-Mobilfunksparte der Deutschen Telekom verzögern. Die Telekommunikationsaufsicht FCC gab am Dienstag eine Unterbrechung ihrer Untersuchung bekannt. Grund seien neu eingereichte oder noch bevorstehende Eingaben der beiden Unternehmen. Darin gehe es unter anderem um eine umfangreiche und komplizierte Argumentation, welche Vorteile der Zusammenschluss brächte.

Die FCC hat für ihre Prüfung 180 Tage Zeit. Davon sind bereits 55 abgelaufen. Die Zählung werde fortgesetzt, sobald Sprint und T-Mobile fehlende Unterlagen eingereicht und sowohl die FCC als auch Drittparteien genug Zeit gehabt hätten, diese zu sichten, schrieb die FCC in einem Brief. Geprüft wird das im April bekanntgemachte Vorhaben auch von den Wettbewerbshütern des US-Justizministeriums.

Die 26 Milliarden Dollar schwere Fusion würde dazu führen, dass am amerikanischen Markt nur noch drei große Mobilfunkanbieter miteinander konkurrieren. In den vergangenen Jahren waren bereits zwei Fusionsanläufe der beiden Unternehmen gescheitert.

Die Telekom will durch den Merger auf dem US-Mobilfunkmarkt zu den beiden Platzhirschen Verizon und AT&T aufschließen. Bezahlt wird in neuen Aktien, Sprint wird dabei mit über 26 Milliarden US-Dollar bewertet.

Vor allem wollen die beiden bisher kleineren Anbieter Kosten sparen, in dem sie die teuren Netze zusammenlegen. T-Mobile-Chef John Legere wirbt bei den Kartellwächtern unter anderem damit für den Zusammenschluss, dass er zügig ein Mobilfunknetz mit dem schnellen neuen Datenfunk 5G aufbauen will. Die Unternehmen erwarten den Abschluss des Deals Mitte kommenden Jahres.

T-Mobile und Sprint äußerten in einer Reaktion auf den Brief der FCC Verständnis für die Verzögerung und betonte, dass ein solcher Schritt nichts Ungewöhnliches bei so großen Zusammenschlüssen sei. Man sei überzeugt, dass der Zusammenschluss gut für das Land und die amerikanischen Verbraucher sei.

dpa,reuters, mihec

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