Samstag, 10. Dezember 2016

Batterietechnik BMW-Eigner Quandt überholt Tesla-Chef Musk

Rivalen der neuen Autowelt: BMW-Großaktionär Stefan Quandt (l.), Tesla-Chef Elon Musk

Was den großen Auftritt angeht, kommt Stefan Quandt etwas zu spät. Doch obwohl US-Hersteller Tesla mit seiner Batterie-Show etwas schneller war, spricht einiges dafür, dass der BMW-Großaktionär bald ein offenes Rennen um die Führung in einem wichtigen Teil der automobilen Zukunft eröffnet.

Der Gegner heißt Elon Musk. Der Chef des kalifornischen Elektroautobauers Tesla Börsen-Chart zeigen hat am Donnerstag in der ihm eigenen großvisionären Show abermals eine Revolution verkündet: Tesla will künftig in der eigenen Akku-Megafabrik gefertigte Lithium-Ionen-Akkus als Hausbatterien an Eigenheimbesitzer und Unternehmen vertreiben. So lässt sich beispielsweise mit Solarenergie erzeugter Strom beliebig speichern, nach Wunsch für den Eigenbedarf nutzen oder ins Netz einspeisen.

Auf denselben heiligen Gral der Energiewende zielt auch Quandt - mit einem Angebot für Selbstversorger, die von Stromkonzernen unabhängig werden wollen. Nach Informationen von manager magazin will der Multimilliardär ein ähnliches Produkt wie Tesla auf den Markt bringen - nur besser und schneller.

Der Dresdener Solarpionier Solarwatt, den Quandt 2012 aus der Pleite rettete und den er seitdem zu 90 Prozent besitzt, will im Juni den "MyReserve" genannten Heimspeicher vorstellen und dann auch gleich mit dem Vertrieb beginnen. Damit überholt er Tesla, dessen Fans bis zur Auslieferung noch warten müssen.

Schneller am Markt als Musk

"Ich darf noch nicht zu viel verraten", erklärt Solarwatt-Geschäftsführer Detlef Neuhaus; "nur so viel: Wir werden im Bereich der Energiespeicher für Privathaushalte und das Kleingewerbe neue Maßstäbe setzen." Wenn der Chef einer Quandt-Firma derart große Worte in den Mund nimmt, muss er auch liefern.

Auf der Fachmesse Intersolar in München soll das Produkt offiziell vorgestellt werden. Dort steht auch eine Preisverleihung an, für die MyReserve mit einem "überragenden Gesamtwirkungsgrad von 93 Prozent und seiner überlegenen DC (Gleichstrom)-Technologie" nominiert ist.

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