Dienstag, 12. Dezember 2017

Deutsche-Bank-Studie Selbstfahrende Autos werden sich erst 2040 durchsetzen

Selbstfahrender Audi Q5

Selbstfahrende Autos - manchmal hat man den Eindruck, als führen sie schon morgen auf unseren Straßen. Eine neue Studie bringt Ernüchterung - und stellt Gewinne auf einem anderen Gebiet der Mobilität in Aussicht.

Die Deutsche Bank beurteilt die Marktchancen digitaler und selbstfahrender Autos trotz großen Potenzials aktuell skeptisch. Die von Computern gesteuerten Wagen dürften den kontinuierlich wachsenden Markt nicht vor dem Jahr 2040 durchdrungen haben. So lautet eines der zentralen Ergebnisse einer Studie der Deutsche Bank Research.

Die Branche stehe vor enormen technologischen Herausforderungen, ein "chaotisches" System wie den Straßenverkehr zu automatisieren, sagt Eric Heymann, der Autor der Studie. Dafür biete sich der Schienenverkehr zunächst viel eher an. Da auch weiterhin zahlreiche nicht- oder nur teildigitalisierte Fahrzeuge und andere Verkehrsteilnehmer auf den Straßen unterwegs sein werden, sei eine Übergangszeit von mehreren Jahrzehnten zu erwarten.

Grundsätzlich rechnen die Volkswirte der größten deutschen Bank damit, dass sich die Autohersteller im technologischen Wettlauf mit digitalen Dienstleistern wie Google oder Apple gut behaupten können. Dafür sprächen die hohe Anpassungsfähigkeit der Industrie und die hohen Hürden für Externe bei einem Einstieg in die Autoproduktion. Die Chancen der Internetkonzerne lägen dagegen im automobilen Datenmarkt.

Anders als bei elektrischen Antrieben seien bei der zunehmenden Digitalisierung der Fahrzeuge keine staatlichen Subventionen notwendig, sagte Heymann. Neue Systeme würden nach und nach in die neuesten Modelle eingebaut. Die Preisaufschläge im drei- bis vierstelligen Euro-Bereich seien nicht vergleichbar mit den zusätzlichen Kosten bei der Elektromobilität.

Starke Steigerungen erwartet Heymann beim Ausbau von alternativen Mobilitätsdienstleistungen wie dem Carsharing. Sie könnten in 10 bis 15 Jahren rund fünf Prozent des motorisierten Individualverkehrs abdecken. Das bleibe zwar immer noch eine Nische, könne aber Umsätze im zweistelligen Milliardenbereich bringen. "Das eigene Auto bleibt zunächst der Normalfall."

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