Freitag, 9. Dezember 2016

Ende einer Ära Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger muss gehen

Künftig getrennte Wege: Maria-Elisabeth Schaeffler und Jürgen Geißinger

Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn Georg haben sich entschieden: Der Vertrag von Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger wird nicht verlängert. Damit geht einer der umstrittensten Manager Deutschlands.

Herzogenaurach - Nach 15 Jahren mit Jürgen Geißinger an der Spitze steht der Automobilzulieferer Schaeffler vor einem Führungswechsel. Die Eigentümer des Herzogenauracher Konzerns, Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn Georg, wollten den Ende 2014 auslaufenden Vertrag des Vorstandsvorsitzenden nicht mehr verlängern, heißt es in Konzernkreisen.

Der Aufsichtsrat habe die Personalie zwar noch nicht abgesegnet. Auch die Nachfolge sei bislang nicht geklärt. Aber insbesondere Maria-Elisabeth Schaeffler wolle jetzt Klarheit schaffen. Sie habe bei Geißinger zuletzt insbesondere Geradlinigkeit vermisst.

Die Schaefflers sind Alleineigentümer des Unternehmens. Widerstand der Kontrolleure ist nicht zu erwarten. Geißinger hatte die Schaeffler-Spitze 1998 übernommen. Unter seiner Führung war der fränkische Kugellager-Spezialist auf einen Umsatz von elf Milliarden Euro gewachsen. Seit die Übernahmeattacke auf den größeren Konkurrenten Conti Börsen-Chart zeigen jedoch in eine existenzbedrohende Verschuldung mündete, gilt Geißinger intern als angezählt.

Angesichts seiner langjährigen Erfolge hielt die unter den Gesellschaftern dominierende Maria-Elisabeth Schaeffler Geißinger lange die Treue. Den Ausschlag habe jetzt gegeben, dass Geißinger für sie "kein Mann der Zukunft" sei, heißt es in Herzogenaurach. Um einen eventuellen Börsengang zu ermöglichen, haben die Schaefflers das lange Jahre als Kommanditgesellschaft firmierende Unternehmen vor einiger Zeit in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Geißinger jedoch fremdele noch mit den Anforderungen des Kapitalmarkts, berichten Schaeffler-Kreise.

Immer wieder eckte Geißinger mit seinem autoritären Stil an. Einige Herzogenauracher Vorstandskollegen seien genau so wenig mit ihrem Chef klar gekommen wie die Conti-Spitze um den Hannoveraner Konzernchef Elmar Degenhart, heißt es. Schaeffler hält noch immer knapp 49,9 Prozent der Conti-Anteile.

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