Donnerstag, 13. Dezember 2018

Erholung nach Kurssturz Schaeffler versucht Comeback - mit Hilfe aus China

Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann, Sohn Georg Schaeffler: Umbau für E-Mobilität

Comeback nach dem Kurssturz: Dank guter Geschäfte in China hat der Zulieferer Schaeffler Börsen-Chart zeigen im ersten Halbjahr mehr verdient. Der operative Gewinn (Ebit) vor Sondereffekten wuchs auf 795 von 780 Millionen Euro, wie der Konzern aus Herzogenaurach am Dienstag mitteilte. Der Umsatz kletterte um 2,1 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro; die Industriesparte legte dabei deutlich kräftiger zu als das Kernsegment Automotive.

Im Geschäft mit den Autobauern sank wegen Anlaufkosten und Projektverzögerungen die Rendite, in der Industriesparte stieg sie - auch, weil sich das Sparprogramm auszahlte.

Im gesamten Konzern verharrte die Gewinnmarge bei 11,1 Prozent. Für das Gesamtjahr bekräftigte Schaeffler die Prognose, wonach die Ebit-Marge vor Sondereffekten zwischen 10,5 und 11,5 Prozent liegen soll. Der Umsatz soll um fünf bis sechs Prozent steigen. Für die Industriesparte legte der Zulieferer die Latte höher: Die Erlöse sollen hier um sechs bis sieben Prozent statt wie bisher wachsen statt wie bisher angepeilt um drei bis vier Prozent. In China wurden hier zuletzt die mit Abstand größten Zuwächse erzielt.

Aktie zieht nach Kurssturz wieder deutlich an

Die Schaeffler-Aktien schnellten an der MDax -Spitze um 6,5 Prozent auf 12,10 Euro nach oben. Sie knüpften damit an ihre jüngste Erholung an, nachdem sie Anfang August bei 10,58 Euro auf den tiefsten Stand ihrer noch recht jungen Börsengeschichte gefallen waren. Analyst Florian Treisch von Mainfirst sah die Ergebnisse für das zweite Quartal "klar positiv".

Schaeffler-Konzernchef Klaus Rosenfeld kaufe kleinere Spezialisten dazu, um sich auf die E-Mobilität vorzubereiten - dies sei richtig, kommentierten die Autoren des Bernecker-Börsenbriefs. Wichtig sei auch, dass gezielt gekauft und kein teurer Megadeal versucht werde.

ElringKlinger waren mit plus 5,49 Prozent auf 11,20 Euro im SDax weit vorne. Für die Anleger ist dies jedoch nach einem bisher ernüchternden Kursverlauf im Jahr 2018 nicht mehr als ein kleiner Lichtblick. Im zweiten Quartal sei es wieder besser gelaufen, schrieb Analyst Jose Asumendi von JPMorgan in einer ersten Einschätzung. Dies gelte besonders für den nordamerikanischen Freihandelsraum (Nafta). Das Vertrauen der Anleger in die Jahresziele dürfte steigen.

la/dpa/reuters

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