Montag, 15. Oktober 2018

Neue Tech-Offensive aus Wolfsburg Warum der VW-Skandal sogar schon viereckige Kreise zieht

Schöpfer weitreichender Innovationen: Die ehemaligen VW-Granden Piëch (l.) und Winterkorn.

Gottseidank haben wir Volkswagen! Was haben die Wolfsburger nicht schon alles erfunden, der Neben- und Nachwelt zur Nachahmung empfohlen: Wie man Kunden hinters Licht führt (Dieselgate), wie man auf niedrigster Drehzahl sparsam, aber gleichwohl effizient kommuniziert (Piëch), wie man einen Karpfenteich ordnungsgemäß, streng nach Tierwohl-DIN beheizt (Winterkorn). Es wird Zeit, das nächste Produkt aus der VW-Ideenschmiede dem breiten Volk zugänglich zu machen: die Rede ist vom so genannten Schadenstisch.

Auf dem mussten regelmäßig VW-Untergebene die in ihrer Verantwortung liegenden Technik- und Produktionsfehler der Lächerlichkeit und den Schimpftiraden des Chefs aussetzen. Wie fehlende Stoßdämpfer, innen angebrachte Außenspiegel oder eben auch eine schlampig getarnte Betrugssoftware. Der Schadenstisch, ein werkseigenes Folterinstrument, aber wichtig für die Selbstreinigung.

Wo runde Tische angesichts mangelnder globaler Kompromissbereitschaft gänzlich aus der Mode gekommen sind, verdient der Schadenstisch eine gesamtgesellschaftliche Akzeptanz. Geeignet für jedwede Defekte, Funktionsstörungen und geistige Umnachtungen. Wir haben einmal eine Auswahl getroffen, was so alles auf das Mobiliar gehört. Die üblichen Verdächtigen sind darunter, aber auch ambitionierte Novizen.

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