Mittwoch, 19. September 2018

Inhaftierter Audi-Chef VW-Aufsichtsrat entscheidet über Stadlers Abberufung

Derzeit in Untersuchungshaft: Der beurlaubte Audi-Chef Rupert Stadler

Der Aufsichtsrat von Volkswagen will einem "Spiegel"-Bericht zufolge am Montag über die Zukunft des beurlaubten Audi-Chefs Rupert Stadler entscheiden. Das Gremium solle eine Entscheidung treffen, ob der bislang nur vorübergehend beurlaubte Audi-Chef seinen Posten nun endgültig räumen müsse, berichtete das Nachrichtenmagazin am Freitag. Sollte es zur Trennung kommen, hätte das vornehmlich organisatorische Gründe, heißt es in dem Bericht. Neue belastende Hinweise in Bezug auf Stadlers Rolle in der Dieselaffäre seien nicht bekannt.

Wunschkandidat für die Stadler-Nachfolge ist Markus Duesmann, der bis Juli 2018 bei BMW Einkaufsvorstand war. Dem Ingenieur wird zugetraut, die Entwicklung sauberer Dieselmotoren voranzutreiben - und Audis Altlasten im Abgasbetrug zu beseitigen.

Börsengang der Trucksparte ebenfalls auf der Tagesordnung

Ein Insider sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Sitzung des Kontrollrats sei "nicht wegen Stadler" angesetzt worden. Anlass sei vielmehr der geplante Börsengang der Lkw-Sparte von Volkswagen. Es sollten weitere Schritte in Richtung Kapitalmarktfähigkeit beschlossen werden. Unternehmenskenner rechnen jedoch damit, dass dabei auch über Stadler gesprochen wird. Beschlüssen werden nicht erwartet. Volkswagen wollte sich dazu nicht äußern.

Stadler sitzt wegen der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München im Dieselskandal seit Juni in Untersuchungshaft. Audi wird derzeit kommissarisch von Vertriebschef Bram Schot geführt. Im Skandal um manipulierte Abgaswerte von Dieselfahrzeugen bei der Volkswagen-Tochter verdächtigt die Staatsanwaltschaft München Stadler des Betrugs und der versuchten Zeugenbeeinflussung. Stadler, der im Untersuchungsgefängnis in Augsburg bereits mehrfach von den Staatsanwälten vernommen wurde, hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

la/dpa/reuters

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