Freitag, 1. Juli 2016

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Kostenprobleme VW setzt auf Maschine statt Mensch

Künftig mehr Maschine statt Mensch: Volkswagen-Produktion in Wolfsburg

Volkswagen will die Kosten weiter senken und dazu in großem Umfang in der Produktion Menschen durch Roboter ersetzen. Der Betriebsrat trägt den Vorstoß offenbar mit.

Frankfurt - "Es gibt zwei Gründe für mich, die verstärkte Automatisierung der Fabrikarbeit bei Volkswagen voranzutreiben", sagte Personalvorstand Horst Neumann. Zum einen könne das Unternehmen mit Hilfe von Robotern Fertigungskosten senken. Zum anderen könne die nicht ergonomische Arbeit abgeschafft, qualifizierte Arbeit verstärkt und Beschäftigung gesichert werden, so der Manager im Gespräch mit der "WamS".

Durch den verstärkten Einsatz von Robotern soll der Nachteil des Hochlohnstandorts Deutschland ausgeglichen werden. "In der deutschen Automobilindustrie liegen die Arbeitskosten bei mehr als 40 Euro pro Stunde, in Osteuropa sind es elf, in China gegenwärtig noch unter zehn Euro. Niemand glaubt ernsthaft, dass wir den Wettbewerbsnachteil dieses Hochlohnniveaus nennenswert verringern können", sagte Neumann.

Ein Roboter am Band koste je nach Einsatz und Maschinenart drei bis sechs Euro pro Stunde - "Kosten etwa für Instandhaltung oder Energiekosten inklusive". Das heißt: "Der 'Ersatzmann' für Routinearbeiten in der Fabrik kostet bereits heute nur etwa fünf Euro je Stunde."

Niemand müsse um seinen Arbeitsplatz fürchten

Um seinen Arbeitsplatz bei dem Autobauer muss laut Neumann aber niemand fürchten. In den kommenden Jahren würden gerade bei VW in Deutschland so viele Mitarbeiter in Ruhestand gehen, dass die Kunst eher darin bestehe, die Belegschaft auf dem derzeitigen Niveau zu halten. "Der Glücksfall, dass die Babyboomer in Rente gehen, erlaubt es uns, ergonomisch ungünstige Arbeitsplätze abzubauen und zu automatisieren, ohne Mitarbeiter zu entlassen."

Bei den Arbeitnehmervertretern stoßen die Digitalisierungspläne auf offene Ohren: "Horst Neumann hat uns von Beginn an in die Frage der fortschreitenden Fertigungstechnologie eingebunden. Auch wir sehen darin Chancen, gesundheitlich belastende Tätigkeiten auf deutlich flexiblere Roboter zu verlagern", sagte ein Sprecher des Betriebsrates der Zeitung.

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rei/rtr

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