Mittwoch, 22. November 2017

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Lebensziel Weltherrschaft Rente mit 71 - VW-Chef Winterkorn will mit Vertragsverlängerung Konzernziele retten

Da stimmt was nicht: Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, auf der Jahrespressekonferenz im März im ehemaligen Flughafen Tempelhof in Berlin.

Der VW-Konzern strauchelt auf dem Weg zur Weltmarktführerschaft. Konzernchef Martin Winterkorn will jetzt gegensteuern. Allein die Marke VW soll Kosten von mehr als 5 Milliarden Euro streichen.

Volkwagen-Chef Martin Winterkorn wird seinen Vertrag voraussichtlich um zwei Jahre bis 2018 verlängern. Darauf habe er sich mit der Aufsichtsratsspitze verständigt, berichtet das manager magazin in seiner neuesten Ausgabe (Erscheinungstermin Freitag, 18. Juli). In der achtseitigen Titelgeschichte enthüllt und analysiert das manager magazin, wie Winterkorn gemeinsam mit Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch trotz jüngster Rückschläge das gemeinsame Lebensziel doch noch erreichen will, VW zum Weltmarktführer in der Autoindustrie zu machen.

Nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen will sich Winterkorn persönlich darum kümmern, dass der Konzern die von ihm in der "Strategie 2018" festgeschriebenen Ziele erfüllt. Insbesondere wolle sich der Volkswagen-Chef um die Rendite der von ihm selber geführten Marke VW kümmern. Vor Führungskräften kündigte Winterkorn dazu ein Sparprogramm an. Mit Hilfe dieses Programm solle der Kostenanstieg in der Endstufe um etwa 5,5 Milliarden Euro pro Jahr gebremst werden.

Der aktuelle Vertrag des 67-jährigen Winterkorn läuft bis zum 31. Dezember 2016. Formell kann der Aufsichtsrat damit erst Ende 2015 über die Verlängerung entscheiden. Zuletzt hatten im Konzern wiederholt Gerüchte für Unruhe gesorgt, Winterkorn könne den Markenvorsitz bei VW abgeben und sich auf seine Rolle als Holding-Chef beschränken. Statt dessen wird er einen weiteren Markenchef in den Konzernvorstand holen. Nach Informationen des manager magazins wird Porsche-Chef Matthias Müller mittelfristig in die Holding-Führung aufrücken. Bislang gehört Audi-Topmann Rupert Stadler als einziger Markenchef neben Winterkorn gleichzeitig dem Konzernvorstand an.

Das von Martin Winterkorn angekündigte Sparprogramm läuft im Konzern unter dem Namen "Future Tracks". Winterkorn will die jährlichen Einsparungen nach und nach erhöhen. Final sollten zum Beispiel Entwicklung, Produktion und Vertrieb jeweils rund eine Milliarde Euro weniger ausgeben als aktuell geplant, heißt es in Wolfsburg. Der Vorstandsvorsitzende reagiere damit auf Warnungen der Konzernfinanzer. Demnach könnte die Marke VW schon 2015 auf eine Umsatzrendite von einem Prozent absinken. Winterkorn hat angekündigt, die Marke VW werde 2018 eine Umsatzrendite von sechs Prozent vor Steuern erreichen. Für den Gesamtkonzern liegt die Vorgabe bei acht Prozent.

Ohne eine massive Senkung der Kosten seien beide Ziele gefährdet, heißt es im Unternehmen. Winterkorn fürchte gar, dass bei einer Konjunkturkrise die Marke VW in wirkliche Not gerate, falls er nicht rasch bei den Kosten gegensteuere.

Mehr Wirtschaft aus erster Hand? Der obige Text ist nur ein minimaler Ausschnitt aus der August-Ausgabe des manager magazins. Das neue Heft (und die nächste Ausgabe) können Sie hier im Vorteilsangebot bestellen.
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