Sonntag, 22. Oktober 2017

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Nagellack, um Kratzer am Auto auszubessern Sexismus-Vorwürfe gegen Renault

Twingo-Nagellack in "Dragée Blue"

Ein neues Accessoire für junge Fahrerinnen hat dem französischen Autobauer Renault Börsen-Chart zeigen Sexismus-Vorwürfe eingebracht. Renault hatte Anfang der Woche Nagellack in vier Farben des Kleinwagens Twingo auf den Markt gebracht - das Produkt wird mit dem Versprechen beworben, damit auch kleinere Schrammen am Auto übertünchen zu können.

Der Werbespot "reduziert Frauen auf Beauty-Sorgen und die Unfähigkeit, Auto zu fahren", sagte Marie-Noelle Bas, Kopf des französischen feministischen Kollektivs Chiennes de Garde gegenüber Bloomberg. "Dieser hinterhältige, ordinäre, tägliche Sexismus leistet dem Schlimmsten Vorschub, weil Werbung Frauen in konstruierte Rollen zwängt."

Der Autobauer selbst bestreitet, dass die Werbung oder der Nagellack sexistisch sind: Das Modell Twingo sei auf urbane Frauen ausgelegt, die ihr Auto individuell gestalten wollten; außerdem zeige die Werbung überhaupt keine Frau, die nicht einparken könne.

Benjamin De Blanzy, Chef des Start-ups, das den Nagellack herstellt, zeigte sich belustigt: Die Kontroverse sei "amüsant", sagte er Bloomberg, aber auch "einigermaßen angebracht": Lustig sei sie, "weil auch Männer den Nagellack benutzen werden" - er selbst habe vor einigen Monaten damit angefangen, Kratzer an seinem Auto mit Nagellack auszubessern.

Ist das Video sexistisch? Machen Sie sich selbst ein Bild:

luk

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